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30.09.2008 17:30:13 / newsbyteNews |
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Bast und Funke haben am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken eine Methode entwickelt, die Navigationshilfen um das Hundertfache beschleunigt. Die Jury zeichnete die Arbeit von Bast und Funke sowohl wegen ihrer innovativen wissenschaftlichen Leistung als auch wegen ihrer großen wirtschaftlichen Bedeutung aus. Von dieser Technologie können beispielsweise Logistikunternehmen profitieren, genauso wie alle Anbieter und Nutzer von mobilen Navigationscomputern oder Routenplaner im Internet.
Der mit 25.000 Euro dotierte neunte SaarLB-Wissenschaftspreis wurde - für eine wissenschaftliche Arbeit aus dem Jahr 2007 - am 30.09.2008 in den Räumen der SaarLB in Saarbrücken übergeben. Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Heinz-Otto Peitgen, Bremen. Er ist Mathematiker und einer der populärsten deutschen Forscher auf dem Gebiet der Fraktale. In seiner Begrüßung sagte der SaarLB-Vorstandsvorsitzende Thomas Christian Buchbinder, Förderung der Wissenschaft sei nicht nur Aufgabe der Politik, sondern auch der Wirtschaft. Der SaarLB-Wissenschaftspreis zeige, wie Wirtschaft und Wissenschaft gegenseitig voneinander profitierten, gerade auch im Interesse des Standortes Saarland. Die neue Technologie wird von der Saarbrücker Algorithmic Solutions Software GmbH, ein Spin-off-Unternehmen des Max-Planck-Instituts für Informatik, vermarktet.
Hintergrund
Navigationsgeräte sind heute weit verbreitet – und als nützliche Helfer beliebt. Wenn aber zum Beispiel eine Baustelle plötzlich den gewünschten Weg versperrt, findet man selbst mit Navigationsgerät oft nur mühsam seine Route wieder. Der Grund dafür liegt einerseits im Straßennetz Westeuropas, das aus rund 20 Millionen Kreuzungen und Abzweigungen besteht. Andererseits liegt das aber auch an der Software der Navigationscomputer: Herkömmliche Routenplaner suchen in diesem riesigen Netz Punkt für Punkt den – nicht immer - schnellsten Weg zum Ziel. Die beiden Informatiker Holger Bast und Stefan Funke sind hingegen von der Tatsache ausgegangen, dass man eine Stadt in der Regel auf einer der wenigen großen Straßen verlässt. Man muss also vom Startpunkt nur den kürzesten Weg zu der wichtigsten Ausfahrtstraße wählen, die in die Himmelsrichtung des Fernzieles führt. Ebenso schaut man am Zielort nach den wichtigsten Verkehrsachsen. Den Weg zwischen den Hauptknoten, der dann meist auf Bundesstraßen und Autobahnen zurückgelegt wird, kann der Routenplaner in einer Tabelle nachschlagen. „Mit dieser Methode ist man nicht nur hundert Mal schneller als bisher, sondern man findet auch mit Sicherheit die beste Route, was bei den heutigen Navigationshilfen nicht immer der Fall ist“, sagt Stefan Funke, der seit kurzem eine Informatik-Professur an der Universität Greifswald innehat.
Durch ihre Methode konnten die Wissenschaftler das riesige Straßennetz Europas auf rund 11.000 „Transitknoten“ (zum Beispiel Autobahnkreuze der Ausfallstraßen, große Kreuzungen und Verteilerkreise) reduzieren. Das reicht aus, um größere Fahrten etwa von Berlin nach Bonn oder Barcelona schnell und exakt zu berechnen. Nur wenn Start und Ziel sehr dicht beieinander liegen, zum Beispiel zwei Bezirke in einer Stadt, muss das von Bast und Funke entwickelte Programm ein feineres Netz von Transitknoten benutzen. Für Logistikunternehmen kann sich nach Meinung von Holger Bast eine genauere und fehlerfreie Routenplanung in barer Münze auszahlen. Aber auch für die Anbieter von Navigationshilfen lägen die Vorteile auf der Hand.
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