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Details:
Datum: |
02.07.2008 07:21:44 / newsbyteNews |
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Daher empfehlen die Forscher ein „Verfallsdatum“ für Webbrowser
einzuführen und dieses deutlich sichtbar auf der Benutzeroberfläche
zu platzieren.
Die aktuelle Hauptversion 3.0 von Firefox ist aufgrund der hohen Download-
Rate in aller Munde. «Gut so», meinen Forschende der ETH Zürich, die mit Hilfe
der täglich ausgewerteten Webserver-Statistiken von Google, das Updateverhalten
von Internet-Benutzern zwischen Januar 2007 und Juni 2008 untersucht
haben. Dank einer neuen Methodik konnten sie erstmals die Anzahl der Browser
bestimmen, die nicht auf dem aktuellsten Stand und somit potentiell gefährdet
sind. Diese Browser bieten Angriffen durch infizierte Webseiten (Drive-by-
Downloads) ein leichtes Ziel.
Langsame Umstellung auf aktuelle Browser Versionen
Die soeben veröffentlichte Studie "Understanding the Web Browser Threat"
zeigt, dass Anfang Juni 2008 lediglich 59,1% aller Websurfer die aktuellste
Hauptversion ("major version") ihres Webbrowsers benutzten. Die Benutzer des
Mozilla Firefox sind dabei deutlich umsichtiger als die des Internet Explorer von
Microsoft: 92,2% der Firefox Benutzer verwendeten vor der Lancierung von 3.0
die damals aktuelle Version 2.0 des Browsers. Bei den Nutzern des Internet Explorer
sind es hingegen nur 52,5%, die mit der neusten Version, dem Internet
Explorer 7, im Netz surften. Die Studie hat ergeben, dass weltweit 637 Millionen
Internetbenutzer einen Webbrowser benutzen, der nicht auf dem neusten und
sichersten Stand ist. Entweder wurde nicht die letzte Hauptversion verwendet
oder es waren nicht alle Browser-Patches eingespielt. Angreifer haben es bei
diesen Systemen sehr viel leichter, Schwachstellen im Browser auszunutzen.
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Vernachlässigte Sicherheitspatches
Die Zahl von mehr als 600 Millionen nicht aktualisierten Browsern sei jedoch
nur die Spitze des Eisberges, betont Stefan Frei von der Communication Systems
Group am Institut für technische Informatik und Kommunikationsnetze
(TIK) der ETH Zürich. Hinzu kämen Schwachstellen in den unzähligen Browser-
Plug-Ins, durch die auch aktuelle Browserversionen gehackt werden könnten.
Diese stellten den nicht sichtbaren Teil des Eisbergs dar.
Die Studie zeigt ausserdem, dass in den letzten 18 Monaten maximal 83.3% der
Firefox-Benutzer die neueste Browserversion – die sogenannte „minor version“
– mit allen verfügbaren Sicherheitspatches benutzten. Bei den anderen Browsern
liegt der Anteil gar nur bei 56,1% (Opera), bzw. 47,6% (Internet Explorer).
Auch bei den Safari-Nutzern sah es nicht viel besser aus: Seit der Veröffentlichung
von Apples Safari 3 sind nur 65.3% der Benutzer auf die aktuellste Safari-
Version umgestiegen.
Verfallsdatum für Browser einführen
Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Untersuchung ist, dass die bisherigen
technischen Ansätze nicht genügen, um die optimale Sicherheit der Browser zu
gewährleisten. Es gelte das Sicherheitsbewusstsein der Internetnutzer stärker
zu entwickeln. Das Problem sei, dass viele User überhaupt nicht wissen, ob sie
die aktuellste Version ihres Browsers benutzen, so die Autoren. Dem Nutzer
müsse deshalb auf einfache Weise klar gemacht werden, dass die Verwendung
von veralteter Software im Internet mit erheblichen Risiken verbunden ist.
Die Autoren schlagen deshalb vor – wie bei Lebensmitteln – eine Art Verfallsdatum
für kritische Softwarekomponenten, vor allem aber Internet-Anwendungen,
deutlich sichtbar einzuführen.
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