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Barrierefreiheit ist ein Meilenstein auf dem Weg zum Internet der Zukunft

Erste Studie im deutschsprachigen Raum: Menschen mit Behinderung nutzen das Internet und Web 2.0-Angebote weitgehend selbständig

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Datum: 

07.05.2008 17:46:08 / newsbyteNews


"Barrierefreiheit ist ein Meilenstein auf dem Weg zum Internet der Zukunft." So lautet das Fazit der Einfach für
Alle-Fachtagung der Aktion Mensch. Mehr als 300 Expertinnen und
Experten waren der Einladung der Aktion Mensch in den
Wissenschaftspark Gelsenkirchen gefolgt, um über "Konzepte und
Zukunftsbilder für ein Barrierefreies Internet" - so der Tagungstitel
- zu diskutieren. Zum Auftakt präsentierte die Aktion Mensch die
Ergebnisse der ersten deutschsprachigen Studie zur Nutzung des
Internets und von Web 2.0-Angeboten durch Menschen mit Behinderung.

Menschen mit Behinderung nutzen das Internet weitgehend
selbständig

Ein sicher überraschendes Ergebnis: Die befragten Menschen mit
Behinderung nutzen das Internet und Web 2.0-Angebote - auch mit Hilfe assistiver Techniken - weitgehend selbständig. "Dies unterstreicht",
so Iris Cornelssen, Projektleiterin der Aktion Mensch-Initiative
Einfach für Alle, "dass Barrierefreiheit wirklich ein Meilenstein auf dem Weg zum Internet der Zukunft ist." Das wird auch daran deutlich,
dass Menschen mit Behinderung das Internet und das Web 2.0 deutlich
häufiger nutzen als der Durchschnitt der Bundesbürger. Während laut
der ARD/ZDF-Onlinestudie von 2007 jeder Bürger durchschnittlich an
5,1 Tagen pro Woche ins Netz geht, sind die befragten Nutzer mit
Behinderung 6,5-mal pro Woche online.

Das Netz verändert sich, die Barrieren bleiben dieselben

Denn auch das zeigt die Studie eindeutig: Nach wie vor treffen
Menschen mit Behinderung je nach Behinderungsart auch im Web 2.0
immer wieder auf dieselben Barrieren. Dazu gehören beispielsweise die Eingabe von Codes - so genannte Captchas - bei Registrierungen für
Communities oder zur Nutzung von Kommentarfunktionen, unklare
Nutzerführung und insbesondere Sprache im weitesten Sinne, die nicht
nur für Menschen mit Behinderung ein viel höheres Hindernis
angenommen darstellt. Hoffnung macht vor allem, dass diese Barrieren
hinlänglich bekannt sind und relativ leicht abzubauen sind - wenn die Anbieter von Webseiten sich ernsthaft des Themas Barrierefreiheit
annehmen.

Experten diskutieren Zukunft der Barrierefreiheit

Zahlreiche Impulse für die Zukunft der Barrierefreiheit lieferten
die Diskussionen in den insgesamt 16 Workshops. Mehr als 300 Experten betrachteten das Thema Barrierefreiheit aus den Perspektiven von
Gesellschaft, Wirtschaft, Technik und Design. Die - durchaus
kontroversen - Diskussionen zeigten, dass Barrierefreiheit im Kern
ein kooperativer Prozess ist, an dem alle mitwirken müssen, um ihn
erfolgreich zu gestalten. Deutlich wurde in den Workshops, dass das
nötige Wissen und die Techniken vorhanden sind, um Barrieren im
Internet abzubauen. Nun geht es vor allem darum, dieses Wissen zu
nutzen und die Barrierefreiheit als Meilenstein auf dem Weg zum
Internet der Zukunft zu etablieren. Die Relevanz des Themas wurde
auch an der hohen Beteiligung über das Internet deutlich. Mehr als
2.500 Teilnehmer nutzten das angebotene Live-Streaming. "Das ist
einmalig im deutschsprachigen Raum", freut sich Iris Cornelssen. "Es
zeigt, dass die Grenzen zwischen real und virtuell durchlässiger
werden und Teilhabe über das Internet barrierefrei möglich ist."

BIENE Wettbewerb 2008 gestartet

Ob und wie sich die Impulse der Tagung in der Praxis auswirken,
könnte sich bereits im Dezember zeigen.



Mehr Informationen:


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