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Fraunhofer SIT: Mehr Sicherheit auf Smartphones

Moderne Mobiltelefone, auch Smartphones genannt, sind leistungsfähiger als Schreibtischcomputer vor einigen Jahren. Technisch gesehen ist ein aktuelles Handy ein tragbarer Mikrocomputer mit Telefonfunktion und Internetzugang.

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Datum: 

30.04.2008 07:25:32 / newsbyteNews


Dementsprechend wird es für immer mehr
Anwendungen genutzt, nicht zuletzt als allgegenwärtiges Internetportal.
Onlinebanking, E-Mail-Empfang und -Versand, Webshopping, Musikdownloads,
Passwortverwaltung, Adressbücher, Notizen, Fotos - es gibt kaum etwas, das
sich mit den kleinen, aber mächtigen Wunderwerkzeugen nicht bewerkstelligen
ließe.

Bei allem technischen Fortschritt hinkt die Sicherheit aber hinterher.
Dahinter steckt kein böser Wille der Gerätehersteller und Netzbetreiber,
sondern einfach die Tatsache, dass sich bei der Konzeption der heutigen
Mobilfunknetze vor rund fünfundzwanzig Jahren niemand vorstellen konnte,
dass ein Mobiltelefon zu etwas anderem als zum Telefonieren benutzt werden
würde. Das erste Seriengerät, mit dem sich SMS verschicken ließen, kam vor
gerade einmal 13 Jahren auf den Markt. Auch das neuere UMTS ist nach
Meinung der Fachleute vom Fraunhofer SIT nicht ausreichend sicher.

Preis für besten Konferenzbeitrag auf WCNC-Konferenz

Die Mobilfunkbranche scheint sich aber dessen bewußt zu werden, dass bei
der Sicherheit nachgebessert werden muß. So haben die Forscher Andreas
Schmidt, Nicolai Kuntze und Michael Kasper vom Darmstädter Fraunhofer- Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) jetzt für ihr
Grundsatzreferat "On the deployment of mobile trusted modules" auf der IEEE- WCNC-Konferenz (Wireless Communications and Networking Conference des
Institute of Electrical and Electronics Engineers, Las Vegas, USA, 31.3.- 2.4.2008, www.ieee-wcnc.org) den Preis für einen der besten
Konferenzbeiträge erhalten.

"In unserer Veröffentlichung zeigen wir, wie eine Referenzarchitektur für
mobile Endgeräte nach den Spezifikationen der Trusted Computing Group (TCG)
und der Mobile Phone Working Group (MPWG) umgesetzt werden kann, wie das
praktische Design und die Implementierung dieses Konzepts aussehen und wie
es auf einem geeigneten Betriebssystem angewendet werden kann", fasst
Kuntze zusammen. Er baut mit seinen Kollegen auf Überlegungen auf, die von
der TCG für stationäre Computer schon seit Jahren diskutiert und
fortentwickelt werden. "Eine vertrauenswürdige mobile Plattform besteht aus
Bereichen, die jeweils unterschiedlichen Interessenvertretern wie z.B.
Netzbetreiber und Dienstanbieter zugeordnet und durch einen physikalischen
Sicherheitsanker geschützt werden. Besonders wichtig ist die Inbesitznahme
des Gerätes durch den Benutzer und die geheime Übertragung der
Benutzeridentitäten zwischen verschiedenen Geräten und Netzkomponenten."

In der Veröffentlichung werden die entsprechenden Konzepte der MPWG, also
Trusted Engines und Mobile Trust Modules (MTM), beschrieben und gezeigt,
wie diese auf der Basis der bereits verfügbaren Trusted Platform Modules
(TPM) implementiert werden können. Ein solcher virtueller MTM (vMTM) kann
beispielsweise die Daten und Funktionalität einer SIM-Karte beherbergen und
so deren Einsatzzweck auf die Authentifikation und das Identitätsmanagement
auch auf normalen PC-Plattformen ausdehnen. Das sichere Smartphone könnte
damit langfristig auch die Sicherheit beim Einsatz normaler Computer erhöhen. Der von der WCNC prämierte Konferenzbeitrag ist zum Download verfügbar
unter www.sit.fraunhofer.de/pressedownloads .



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