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03.04.2008 11:50:57 / newsbyteNews |
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Alle rund 140 Applikationen sowie die zugehörigen Server, Datenbanken, Netzwerk-Komponenten usw. sind gemäss den Verfügbarkeitsanforderungen redundantausgelegt und räumlich getrennt. Versorgungs- und Netzwerkleitungen sind doppelt vorhanden und werden an verschiedenen Stellen in die Gebäude eingespeist. Unabhängige Feuerlöschanlagen sowie eine ebenfalls redundant ausgeführte Notstromversorgung sorgen dafür, dass der Betrieb auch bei einem grösseren Störfall wie etwa einem Brand weitergeführt werden kann. Für den Fall eines Totalausfalls des Standortes Engehalde verfügt PostFinance zudem über ein Backup-Rechenzentrum in Bern-Bümpliz. Hier stehen die erforderliche Hardware und Infrastruktur zur Verfügung, und die Daten aller wichtigen Applikationen werden online gespiegelt. Bei einer regionalen Störung könnte daher der Betrieb binnen weniger Stunden wieder aufgenommen werden. Mit dem neuen Rechenzentrum in Zofingen erhöht PostFinance die Sicherheit der Kundensysteme noch einmal. Auch eine regionale Störung, die den gesamten Grossraum Bern betrifft, wird künftig einen Weiterbetrieb der Applikationen nicht verhindern. Anders als Bern-Bümpliz wird Zofingen kein reiner Disaster-Backup für den Standort Engehalde sein. Zofingen und Bern-Engehalde werden identisch aufgesetzt, sind somit beide für denaktiven Betrieb vorgesehen und können den ganzen Betrieb jederzeit sicherstellen. Im Normalbetrieb werden die Geschäftsapplikationen von PostFinance teils in Bern, teils in Zofingen laufen. So ist gewährleistet, dass die Umschaltprozesse laufend geprobt werden und bei Bedarf dann auch tatsächlich funktionieren. Nach dem Bezug des neuen Rechenzentrums in Zofingen im Januar 2008 werden die Applikation nun bis Ende Jahr schrittweise in Betrieb genommen. Die Verbindung zwischen Bern und Zofingen erfolgt über zwei unabhängige und kreuzungsfrei verlaufende Darkfiber-Leitungen. 20faches DWDM (Dense Wavelength Division Multiplexing) sorgt für eine Bandbreite von 200 Gbit/s pro Leitung. Das ist mehr, als heute selbst zu Spitzenzeiten benötigt wird. Ein Global Server Load Balancer (GSLB) übernimmt die Lastverteilung zwischen den Rechenzentren. Pro Standort sorgen dann Local Server Load Balancer (LSLB) für eine weitere Verteilung auf die einzelnen Rechner. Eine technische Herausforderung besteht in der Latenz von 1 ms, welche durch die Endlichkeit der Lichtgeschwindigkeit physikalisch bedingt ist. Zusätzlich entsteht pro Daten-Roundtrip zwischen den beiden Rechenzentren eine Verzögerung, die durch die Netzwerk-Komponenten verursacht wird. Erste Versuche haben gezeigt, dass dieser Effekt vor allem bei der synchronen Datenspiegelungen von Applikationen mit mehr als 30 schreibenden Datenbank-Zugriffen pro Sekunde zu einer deutlichen Performance-Abnahme der entsprechenden Applikation führen kann. Server-zu-Server-Verbindungen über diese Distanz sind dagegen eher bedeutungslos und können, wo erforderlich, durch eine erhöhte Parallelisierung der Applikation betrieben werden.
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