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Branche trotzt Googles Handy-Revolution

Android als Betriebssystem-Standard laut Analysten zweifelhaft

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19.11.2007 07:05:36 / newsbyteNews


Das unlängst vom Suchmaschinenbetreiber Google vorgestellte Handy-Betriebssystem "Android" (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=071106002 ) wird sich kurzfristig nicht als Massenstandard durchsetzen. Obwohl der Konzern mit seiner "Open Handheld Alliance" schon 34 hochkarätige Unternehmen für die unterschiedliche Open-Source-Technologien nutzende Software begeistern konnte, sind Analysten in Bezug auf eine mögliche Marktrevolution zurückhaltend. "Google ist weit davon entfernt, der einzige Begünstigte zu sein, da Rivalen wie Yahoo und selbst Microsoft von diesem Vorstoß profitieren. Zudem wird die Bedeutung der Software nur langsam zunehmen, weil damit aufgesetzte Geräte anfänglich nur einen sehr kleinen Prozentsatz des Gesamtmarktes ausmachen werden", sagt Forrester-Analyst Charles Golvin.

Nichtsdestotrotz sind die Erwartungen der Branche an eine mögliche Vereinheitlichung von Handy-Betriebssystemen groß. So prognostiziert High Tech Computer http://www.htc.com, Hersteller von Windows-Mobile-Geräten und Mitglied der Open Hendheld Alliance, ab 2008 rund eine Mio. Android-basierte Geräte auszuliefern, berichtet das asiatische Branchenportal DigiTimes. Kurz nach der Markteinführung von Apples iPhone in Deutschland http://www.apple.de scheint Googles Vorstoß in Sachen mobilen Software-Designs jedoch nicht von ungefähr zu kommen, sind sich Experten einig.

"Vor lauter Euphorie sollte nicht vergessen werden, dass bei Google vieles bislang nur auf dem Papier steht und damit nicht verwirklicht bzw. noch nicht massenmarkttauglich ist. Insofern bin ich zum jetzigen Zeitpunkt skeptisch, dass sich Android zum Standard durchsetzen wird, schließlich ist Microsoft sehr stark am Markt vertreten", meint Andreas Schiller, Analyst bei der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG http://www.rzb.at , im Gespräch mit pressetext. Laut dem Experten sei die Google-Allianz mit Mobilfunkprovidern wie T-Mobile und China Mobile, aber auch Produktentwicklern wie Motorola, Samsung, Qualcomm oder LG vor dem Hintergrund des Trends hin zu mobilen Endgeräten die richtige Marktstrategie.

"Obwohl Google sich bislang sehr bedeckt gehalten hat, scheint die Rechnung aufzugehen, bedenkt man, dass die Bedeutung mobiler Endgeräte zunehmen wird", unterstreicht Schiller. Laut Einschätzungen des Marktforschers IDC http://www.idc.com gelten Handys immer mehr als die neuen PCs. Die Entwicklungen am japanischen Heimcomputer-Markt in fünf aufeinander folgenden Quartalen zeigen, dass sich das Verhältnis der Verkaufszahlen von PCs zugunsten von Web-Handys verschiebt. Laut dem IDC-Analysten Masahiro Katayama "ist die Zukunft des PCs nicht rosig", sodass Handys schon bald als die neuen PCs gelten könnten. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass sich die Schlacht um Marktanteile im lukrativen Mobilfunkgeschäft zwischen den IT-Giganten Google, Microsoft und Apple auch zukünftig - und insbesondere unter Beachtung der Android-Einführung - weiter verschärfen wird.

Laut einer aktuellen Erhebung des japanischen Innenministeriums nutzen Japaner Mobiltelefone heute schon wie PCs. So rief 2006 mehr als die Hälfte der befragten Personen Internetseiten mit einem Handy auf. Außerdem nutzte ein Drittel der Handy-User mit einem E-Mail-Zugang auf dem Handy den PC seltener zum Verschicken von E-Mails. Ganz tot scheinen PCs aber trotzdem nicht zu sein.

Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Florian Fügemann



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