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Trend Micro warnt: Vorgetäuschte Sicherheitsprogramme breiten sich aus


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19.06.2007 14:03:48 / newsbyteNews


Trend Micro (TSE: 4704) hat einen neuen Bedrohungstrend identifiziert: vorgetäuschte Sicherheitsprogramme, die keine Leistung erbringen und oftmals selber für die Infektion des Computers verantwortlich sind. Im Gegensatz zu anderen Bedrohungstypen, die mit einem plötzlichen Anstieg der Infektionsraten auf sich aufmerksam machen, kann bei vorgetäuschten Sicherheitsprogrammen ein stetiger Anstieg verzeichnet werden. Nach Erkenntnissen der Trend Micro TrendLabs handelte es sich Anfang 2006 nur bei zwei Prozent aller Bedrohungen um unseriöse Sicherheitsprogramme - im März 2007 ist dieser Anteil bereits auf zehn Prozent gewachsen. Durch vorgetäuschte Sicherheitsprogramme versucht die Malware-Szene erneut, über Social Engineering ihre finanziellen Interessen zu verfolgen.

Vorgetäuschte Sicherheitsapplikationen werden im Verborgenen heruntergeladen und auf dem PC des Anwenders installiert. Auf verschiedene Arten "warnen" sie den Nutzer unablässig vor einer angeblichen Infektion - in Wirklichkeit liegt jedoch keine Infektion vor oder die Malware wurde erst zusammen mit dem vorgetäuschten Sicherheitsprogramm installiert. Die Anwender erhalten das Angebot, gegen eine Gebühr das Upgrade von der "Free Trial"-Version auf die volle Funktionalität zu erhalten. Mehrere Tausend Internetbenutzer haben hier bereits nachgegeben und für ein angebliches Anti-Spyware-Produkt bezahlt, das keinerlei Leistung erbringt. Die Kosten bewegen sich dabei typischerweise in Grössenordnungen von 50 US-Dollar pro Bestellung. Viele Anwender lassen zudem verständlicherweise ihre Kreditkarte sperren, sobald sie bemerken, dass die Software nutzlos ist und ein betrügerisches Unternehmen jetzt über die Kreditkartendaten verfügt. Weitere Unannehmlichkeiten und Verluste sind die Folge.

Die Installation der Programme erfolgt auf unterschiedliche Weise. So kann eine Windows-Schwachstelle (Exploit) vom Malware-Autor genutzt werden, um Software versteckt zu installieren, sobald der Anwender eine E-Mail öffnet oder eine Webseite aufruft. Bei einer anderen Methode werden Besucher von Webseiten mit Video-Inhalten dazu aufgefordert, einen zur Bilddarstellung angeblich benötigten Video-Codec herunterzuladen. Anstelle des Video-Codec wird jedoch ein gefälschtes Sicherheitsprogramm heruntergeladen. Pop-up-Banner-Werbung, die Anwender zur Installation "notwendiger" Software auffordert, bietet Malware-Programmierern einen weiteren Weg, Schädlinge auf Rechnern einzuschleusen.

Design und Bedienung der vorgetäuschten Sicherheitssoftware sind so angepasst, dass der Eindruck einer seriösen Demoversion entsteht. Für die häufigen Warnmeldungen werden unter anderem Pop-up-Fenster, manipulierte (hijacked) Browser-Startseiten und Desktop-Hintergründe sowie Pop-up-Meldungen aus der Schnellstartleiste verwendet. In vielen Fällen sind die angeblichen Warnungen aufgrund ihres Designs nur schwer von Microsoft Windows Alarmmeldungen zu unterscheiden. Die Inhalte der Nachrichten sind dabei immer ähnlich: Eine Viren- oder Spyware-Infektion wurde entdeckt und Abhilfe ist nur beim Kauf der Vollversion möglich.



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