|
Details:
Datum: |
19.06.2007 07:22:39 / newsbyteNews |
|
Der Staubsauger setzt sich selbständig in Bewegung, das Auto braust ohne Fahrer los und
rammt Passanten, das Telefon bestellt eigenständig eine Pizza…klingt wie ein schlechter
Horrorfilm, ist es glücklicherweise auch. Die Angst, dass die Dinge um uns herum urplötzlich
wie Roboter ein Eigenleben entwickeln könnten, ist Stoff für unzählige Filme und Romane.
Nur Fiktion? Nicht ganz, es gibt eine Ausnahme – und die steht in der Computerecke.
Tatsächlich kann sich der eigene PC in einen ferngesteuerten Roboter verwandeln und
Unheil anrichten, ohne dass der Besitzer davon etwas mitbekommt. Verantwortlich dafür
sind Programme, in der Fachwelt Bots (= Robots) genannt. Werden mehrere solcher Rechner
zusammengeschlossen, spricht man von einem Botnet oder Bot-Netz.
Natürlich wird ein Computer nicht von ungefähr von einem Bot heimgesucht, er wird gezielt
gekapert. „Internet-Kriminelle schleusen entsprechende Programme in den Rechner.
Diese nisten sich ein und warten auf externe Befehle – zum Beispiel zum massenhaften
Versand von Spam, zum Lahmlegen fremder Internetanschlüsse im Rahmen so genanter
Denial-of-Service-Angriffe oder zum Herunterladen von Schadsoftware“, erklärt Candid
Wüest, Virenexperte bei Symantec.
Symantec-Umfrage zeigt: Mehrheit der Anwender ahnungslos
Harmlos sind solche gekaperten Rechner bzw. Bot-Netze also keineswegs – im Unterschied
zu Viren, Würmern und Phishing-Mails jedoch weitgehend unbekannt. Wie eine von Symantec
initiierte Umfrage ergab, haben 62 Prozent der Menschen keine Ahnung, was die
Begriffe Bot oder Botnet bedeuten. Insbesondere bei den älteren Computernutzern herrscht
fast vollständige Unkenntnis über Wesen und Wirken solcher Netze.
Lediglich die Befragten zwischen 14 und 19 sowie 20 bis 29 Jahren konnten mit dem Begriff
überwiegend etwas anfangen (58 bzw. 51 Prozent), während bereits die Mehrheit der
30- bis 39-Jährigen verneinte (63 Prozent). Besonders deutlich wird das Informationsdefizit
bei den über 50-Jährigen: Hier sind es ganze 80 Prozent, die sich nichts unter den Begriffen
Bot oder Botnet vorstellen können. Auch unterscheidet sich der Kenntnisstand von Männern
und Frauen: Insgesamt 55 Prozent der befragten Männer, aber 71 Prozent der Frauen
haben noch nie von Botnets gehört.
Botnet-Hochburg Deutschland
Unwissenheit schützt in diesem Fall jedoch keineswegs: Die Zahl von „Roboterrechnern“,
auch „Zombies“ genannt, nimmt unaufhaltsam zu. Laut dem aktuellem Internetsicherheitsbericht
von Symantec gehört gerade Deutschland aufgrund seiner hohen Zahl an Breitbandanschlüssen
zu den Bot- bzw. Botnet-Hochburgen in Europa.
Dabei kann ein Kaperversuch theoretisch fast jeden treffen: „Besonders vorsichtig sollte
man auf Seiten sein, auf denen verschiedene Dateien runtergeladen oder ausgetauscht werden
können. Schnell schleicht sich so ein Trojaner ein und öffnet die Tür für Schadprogramme.“,
erklärt Candid Wüest.
Ausreichend Anlass, die Gefahr ernst zu nehmen, hat allerdings jeder Computernutzer –
wer möchte schon zum unfreiwilligen Helfer von Spam-Versendern werden. Und wer lebt
schon gerne mit einem Roboter unter einem Dach, über den er keine Kontrolle hat?
Mehr Informationen unter www.symantec.de
|  |
 |
 |
Mehr Informationen:
Website
|