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SOA: Europas Programmierer fragen, was der Kunde will

Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG, auf der CeBIT 2007 über den Wandel der europäischen Softwarebranche

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26.03.2007 17:29:34 / newsbyteNews


Europa steht vor einer besorgniserregenden Entwicklung. Die
europäische Softwareindustrie hat den Anschluss an Asien und
Nordamerika längst verloren. Das zeigt sich etwa daran, dass die Zahl der Informatik-Studenten hierzulande wiederholt sinkt. Karl-Heinz
Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG, legte in seiner
Keynote auf der CeBIT 2007 den Finger in eine Wunde. Er strebt für
die Software-Branche eine europäische Allianz nach dem Vorbild der
Star Alliance an. Denn die Informations- und
Kommunikationstechnologie (ICT) ist für Streibich die
Schlüsseltechnologie für Innovationen in allen anderen
Industriezweigen. Ohne den innovativen Schub der Software-Branche
sinke die Produktivität einer Volkswirtschaft und somit
schlussendlich die Lebensqualität aller.

Doch Streibich ist sich sicher, dass die Europäer das Potenzial
haben, diese Entwicklung aufzuhalten. "Die Stärke Europas liegt in
seiner Uneinheitlichkeit. Europa hat viele verschiedene Kulturen,
Sprachen und Rechtssysteme. Software-Anbieter sehen sich seit
Jahrzehnten bereits mit diesen Unterschieden konfrontiert und
besitzen dadurch die Fähigkeit, sich auf individuelle Bedürfnisse von Unternehmen einzustellen - und in dieser Eigenschaft wiederum liegt
der Schlüssel für den zukünftigen Erfolg."

Die Zeit der isolierten IT-Lösungen für Unternehmen ist für den
CEO der Software AG vorbei. Die Zukunft liegt in der
service-orientierten Architektur, kurz SOA. Hinter diesem Schlagwort
verbirgt sich eine neue Denkweise innerhalb der Software-Entwicklung. Statt geschlossene IT-Systeme zu programmieren, die den Unternehmen
abverlangt, ihre betrieblichen Vorgänge an die vorgegebene
Software-Struktur anzupassen, ermöglicht SOA die Flexibilisierung der Daten und die Kommunikation der IT-Systeme untereinander. Damit
können insbesondere verschiedene bestehende IT-Systeme in Unternehmen leichter modernisiert und auf neue Geschäftsprozesse angepasst
werden.

SOA schafft große Flexibilität - und setzt die Bereitschaft, in
Partnerschaften zu arbeiten. Hier kommt wieder der Gedanke der
Europäischen Software-Allianz ins Spiel. Mitgliedsunternehmen einer
solchen Gemeinschaft teilen sich Ressourcen, Kosten und auch
Innovationen. Aus einem Bündel von kleinen Lösungen wird damit ein
Gesamtprodukt, das auf dem globalen Markt eine gewichtige Rolle
spielt.

Die Unternehmen begrüßen diese Entwicklung. "Überall auf der Welt
stehen die Kunden vor der Herausforderung, ihre IT näher an
Geschäftsprozesse zu bringen, ohne sie komplett zu ersetzen", hat
Streibich auf seinen weltweiten Reisen erfahren. Auf sich allein
gestellt, könne kein europäischer Software-Hersteller dieses Ziel
erreichen, ein dritter Global Player zu werden. "Die Produktpalette
der service-orientierten Architektur ist so umfangreich, dass kein
Unternehmen allein alles anbieten kann. Gerade die kleinen
europäischen Softwarehäuser und die internationalen Firmen mit
Entwicklungsstandort in Europa müssen stärker kooperieren", so der
Unternehmenschef.

Für Streibich ist die Allianz keine Illusion. Es finden bereits
Gespräche zwischen den Software-Anbietern statt. Das Ziel ist nicht
in Monaten zu erreichen: "Es braucht dafür schon einige Jahre." Doch
Streibich ist sich sicher: "Die Europäische Software-Allianz wird
kommen."



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