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Aktienskandal: McAfee-Chef tritt zurück, Präsident gefeuert

Aktienskandal: McAfee-Chef tritt zurück, Präsident gefeuert. Antiviren-Hersteller reagiert auf Untersuchungen der Börsenaufsicht

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11.10.2006 22:51:56 / newsbyteNews


Mit sofortiger Wirkung ist McAfees langjähriger CEO George Samenuk von seinem Posten zurückgetreten, der Geschäftsführer des Unternehmens, Kevin Weiss, wurde, so McAfee in einer Presseerklärung, "gefeuert". Zu den drastischen Maßnahmen kam es, da die US-Börsenaufsicht derzeit bei mehreren Unternehmen, darunter auch McAfee, die Rückdatierung von Aktienoptionen untersucht.

Die Überschreibung von Aktienoptionen gehört bei US-Unternehmen zum Alltag und wird von vielen Mitarbeitern als fester Teil ihres Gehalts angesehen. Vor allem Prämien für gute Arbeit werden häufig so ausgezahlt. Werden die Optionen, die stets nur zu einem bestimmten Termin ausgeübt werden können, dabei allerdings auf das Datum von bestimmten Kursschwankungen umdatiert, die das Unternehmen durch gute oder schlechte Nachrichten maßgeblich mitbestimmt, so lassen sich erhebliche Gewinne für einzelne Mitarbeiter erzielen. Diese Praxis kann unter Umständen illegal sein und bereits seit Monaten untersucht die US-Börsenaufsicht SEC deshalb mit einer Sonderkommission die Bücher zahlreicher Firmen, darunter auch etliche High-Tech-Unternehmen.

Bei McAfee rollen deshalb nun die Köpfe. Statt dem zurückgetretenen CEO George Samenuk soll der erst Anfang 2006 als ehemaliger Borland-CEO zu McAfee gestoßene Dale Fuller den Antiviren-Hersteller leiten. Ungewohnt grob drückt sich das Unternehmen zum bisherigen Präsidenten der Firma Kevin Weiss aus. Im englischen Original der Pressmitteilung heißt das dann: "Kevin Weiss, President, is Terminated."

Ex-CEO Samenuk darf seinen Rücktritt immerhin noch traurig kommentieren: "Ich bedauere, dass einige der Aktienprobleme, die von der Sonderkommission entdeckt wurden, unter meiner Aufsicht aufgetreten sind." McAfee will nun rückwirkend die Bücher der letzten zehn Jahre berichtigen, was Berichtigungen von 100 bis 150 Millionen US-Dollar nach sich ziehen könnte. Ob dem Unternehmen damit auch ein finanzieller Verlust in ähnlicher Größenordnung bevorsteht, ist noch nicht bekannt. (nie) (golem)



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