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Fachtagung neue Medien: Durchblick für Eltern und Lehrer

Auf grosses Interesse stiess die erste nationale Fachtagung in Gossau SG zum Umgang von Kindern und Jugendlichen mit neuen Medien.

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Datum: 

24.09.2006 20:33:27 / newsbyteNews


Auf grosses Interesse stiess die erste nationale Fachtagung in Gossau SG zum Umgang von Kindern und Jugendlichen mit neuen Medien. Rund 150 Teilnehmer aus der ganzen Schweiz nahmen an der Tagung teil, an welcher internationale Experten über die neusten Trends aus der Forschung informierten.
Rund 150 Personen besuchten am vergangenen Mittwoch in Gossau SG die Fachtagung „Neue Medien? Ich blick da nicht mehr durch!“. Im Mittelpunkt der Ausführungen der internationalen Experten standen aktuelle Themen wie die Entwicklungen im Zusammenhang mit so genannten Ballerspielen, Girlgames, Downloads und im Jugendschutz. Obwohl es Computerspiele bereits seit 34 Jahren gibt, herrscht im Umgang mit dieser Form der elektronischen Unterhaltung noch immer grosse Unsicherheit. Oftmals sind Eltern ihren Kindern in Sachen Fachwissen unterlegen und wissen kaum Bescheid über Spiele, deren Herkunft und Inhalte. Organisator Daniele Lenzo vom Jugendsekretariat der Stadt Gossau bilanzierte: „Es freut uns sehr, dass neben Pädagogen, Sozialarbeitern und Eltern auch Politiker und Vertreter der Spiele-Industrie die Gelegenheit wahrgenommen haben, sich umfassend über die neusten Trends aus der Forschung informieren zu lassen.“

Credo: Verantwortung wahrnehmen
Trotz fehlender langfristiger Studien fordern Gegner von Computer- und Videospielen ein Verbot von Spielen mit Gewalt-Inhalten. Solche Games würden im realen Leben dazu führen, dass diese Gamer gewalttätig würden. Für Wassilis Kassis, Erziehungswissenschafter der Universität Basel, sind derartige Schlussfolgerungen jedoch falsch: „Physische Gewalt ist von vielen Faktoren abhängig, sie alleine auf den Gebrauch eines Videospiels zurückzuführen, wäre ein Entlastungsargument der Gesellschaft." Für den Basler Forscher ist klar: die Anwendung von realer Gewalt steht in keinem Kausalzusammenhang mit derjenigen in Computer- und Videospielen. Tilo Hartmann von der University of Southern California glaubt zwar, dass manche Kinder und Jugendliche unmittelbar nach dem Gamen eher aggressiv gestimmt seien.
Dies münde aber nicht automatisch in gewalttätigen Handlungen.
Im Spielverhalten zeichnen sich geschlechterspezifische Unterschiede ab. „Jungen und Mädchen haben einen anderen Bezug zu Games“, sagt Mela Kocher vom Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien. Diese würden sich zwar auch an Äusserlichkeiten wie der Farbe einer Spielkonsole manifestieren, aber auch in der Vorliebe für Spielgenres. So seien zum Beispiel Lern- und Simulations-Spiele bei jungen Frauen sehr beliebt, wohingegen Actionspiele mehr von Jungen gespielt werden. Aber: auch Mädchen würden Ego-Shooter spielen, „und zum Leidwesen einiger Jungs sogar sehr gut.“

Aktive Rolle der Industrie
Daniele Lenzo appellierte an die Verantwortung der Eltern, Lehrer und Sozialarbeiter, sich mit der Thematik Games aktiv auseinanderzusetzen. „Kaufen Sie nicht blind ein Game, informieren sie sich erst über den Inhalt dieses Spiels und vereinbaren sie mit den Kindern klare Regeln über den Gebrauch.“ Verantwortung in dieser Frage übernimmt gemäss Roger Frei, Präsident der Swiss Interactive Entertainment Association, auch die Industrie. Er verwies auf das Informationssystem PEGI. Dieses gibt Eltern am Verkaufspunkt Aufschluss über den Spielinhalt von Computer- und Videospielen. Frei zeigte sich mit den gemachten Erfahrungen zufrieden: „Das PEGI- Bewertungssystem, das wir 2005 gemeinsam mit dem Handel eingeführt haben, hat sich bewährt.



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