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19.06.2006 15:23:59 / newsbyteNews |
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Der deutsche Siemens-Konzern und der grosse finnische Konkurrent Nokia fusionieren ihr Netzwerkgeschäft. Mit dem Milliardengeschäft schaffen sie den drittgrössten Telekommunikations-Ausrüster der Welt.
Die beiden Firmen legen ihre Netzwerksparten in einem Gemeinschaftsunternehmen mit knapp 16 Mrd. Euro Umsatz (25 Mrd. Fr.) und 60 000 Beschäftigten zusammen, wie Siemens und Nokia mitteilten.
An dem Joint-Venture halten die Konzerne jeweils 50 Prozent.
Nokia und Siemens wollen bis 2010 jährliche Einspareffekte von 1,5 Mrd. Euro erreichen. Nach Angaben der Finnen sollen binnen vier Jahren 6000 bis 9000 Stellen wegfallen. Die Strategie der neuen Nokia Siemens Networks sei aber auf Wachstum ausgerichtet, sagte ein Siemens-Sprecher. "Damit bieten wir der Belegschaft eine nachhaltige Perspektive."
Siemens hat mit der Auslagerung eine Lösung für die ertragsschwache Kommunikationssparte Com gefunden. In das neue Unternehmen wird mit den Mobilfunknetzen und Festnetzaktivitäten der Grossteil von Com eingebracht.
Auch wenn beide Unternehmen zu gleichen Teilen an dem neuen Ausrüster beteiligt sind, spielen die Finnen eine grössere Rolle. Nokia Siemens Networks wird seinen Hauptsitz in Helsinki haben, der Nokia-Manager Simon Beresford-Wylie übernimmt die Geschäftsführung. Siemens stellt seinerseits den Finanzchef, zudem sollen drei der fünf Geschäftsbereiche den Sitz in München haben.
Die Kartellbehörden müssen der Megafusion noch zustimmen. Geben sie grünes Licht, entsteht der drittgrösste Telekom-Ausrüster. Nokia und Siemens liegen knapp hinter Ericsson/Marconi. An der Spitze steht demnächst klar der neue Verbund aus Alcatel und Lucent.
Com ist nach Umsatz wichtigstes Geschäftsgebiet von Siemens. Aus eigener Kraft hätte der Bereich nach Einschätzung von Analysten die ehrgeizigen Renditevorgaben nicht - wie von Konzernchef Klaus
Kleinfeld gefordert - bis nächstes Jahr erfüllen können. Kleinfeld hatte im vergangenen Jahr bereits das verlustreiche Mobilfunkgeschäft abgespalten und an BenQ abgegeben.
In den vergangenen Monaten war viel über einen möglichen Verkauf oder Kooperationen der Sparte spekuliert worden. Siemens und Nokia gehören auf dem Weltmarkt für Festnetz und Mobilfunknetze neben Branchenführer Ericsson und Motorola zu den grössten Anbietern. Börsianer honorierten den Schritt. Der Kurs der Siemens-Aktie schnellte vorbörslich auf der elektronischen Handelsplattform Instinet um 3,5 Prozent in die Höhe.
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