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Handy-Ortung wird zur Massendienstleistung

Handy-Nutzer sind nicht nur ständig erreichbar, sie können auch überall geortet werden, wenn ihr Gerät eingeschaltet ist

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Datum: 

08.06.2006 07:01:25 / newsbyteNews


Handy-Nutzer sind nicht nur ständig erreichbar, sie können auch überall geortet werden, wenn ihr Gerät eingeschaltet ist. Daraus ergeben sich viele neue Möglichkeiten: Nutzer abonnieren Suchfunktionen für Freunde oder ihre Kinder, lassen sich Hinweise auf Shops oder Gourmettempel in der Nähe aufs Handy schicken oder überwachen als Unternehmer ihren Fuhrpark samt Außendienstlern am Rechner. Kritisch wird das so genannte Tracking dann, wenn Menschen ohne ihr Wissen oder ohne ihre Zustimmung geortet werden. Das ist zwar technisch möglich, aber illegal.

Denn die datenschutzrechtlich zwingende Voraussetzung für die Übermittlung und Nutzung von Standortdaten ist die Einwilligung der Betroffenen, heißt es beim Bundesbeauftragten für den Datenschutz. Standortdaten werden vor allem für so genannte Location Based Services (LBS) benötigt. Das sind Dienstleistungen, die mit dem jeweiligen Aufenthaltsort des Handynutzers zusammenhängen.

Das Unternehmen Mobiloco aus Hamburg bietet beispielsweise mit dem Angebot Buddy Alert die Ortung von ebenfalls für den Dienst freigeschalteten Freunden in der Umgebung an. Allerdings beschränkt sich die Peilung auf die Angabe der Entfernung des Gesuchten vom eigenen Standort. Mit einem Angebot namens Date Maker sollen noch in diesem Jahr auch Flirtwillige ausgemacht werden können.

Laut Telekommunikationsgesetz (TKG) muss der Nutzer seine Einwilligung jederzeit widerrufen oder die Ortung "auf einfache Weise und unentgeltlich zeitweise" untersagen können. Nur im Notfall oder auf richterlichen Beschluss hin darf jedes Handy auch sofort über die Polizei geortet werden.

Die Genauigkeit der so genannten GSM-Ortung gibt der Dienstleister jackMobile aus Gelsenkirchen im städtischen Bereich mit rund 250 Metern an. "Die Eltern können auch Referenzpunkte wie die Schule angeben, dann steigt die Genauigkeit auf rund 100 Meter", erklärt Dirk Teubner, Geschäftsführer Vertrieb bei track your kid. Die Abfrage des Aufenthaltsortes funktioniert per SMS oder per Internet am PC, wo der ungefähre Standpunkt auf einer Karte angezeigt wird. Intel hatte Mitte 2005 angekündigt, die Lokalisierung per WLAN- oder Mobilfunknetz fortzuentwickeln.

Missbrauch praktisch ausschließen kann nach eigenen Angaben beispielsweise der Anbieter Teydo aus den Niederlanden. Bei seinem Dienst Fleet Online wird der Betroffene per SMS informiert, dass er geortet werden soll und muss wiederum per SMS sein Einverständnis geben, bevor die Peilung erfolgt.

Die Netzbetreiber selbst bieten bisher in der Regel nur Ortungsdienstleistungen für Unternehmen und ihre Fahrzeugflotten an oder setzen die GSM-Ortung zum Auffinden verlorener Handys ein. Ansonsten liefern sie als Dienstleister den verschiedenen Anbietern die Ortungsergebnisse aus ihren Mobilfunkzellen. (Dirk Averesch, dpa)



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