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19.05.2006 13:08:45 / newsbyteNews |
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Nach einem wie erwartet kräftigen Gewinneinbruch zum Jahresauftakt hat sich Dell http://www.dell.com nun von seiner exklusiven Intel-Partnerschaft verabschiedet. Zum Jahresende werde man in seinen Multiprozessor-Servern auch AMD-Chips einsetzen, teilte der PC-Branchenprimus im Rahmen der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen mit. Das Umdenken könnte mit einer Verschärfung der Wettbewerbssituation auf dem PC-Markt in Zusammenhang stehen.
Die stärksten Konkurrenten wie HP, IBM oder Sun setzen bereits auf AMD-Chips in ihren Geräten, berichtet das Wall Street Journal (WSJ). Analysten hatten Dells Marktanteilsverluste vor allem im Serverbereich auch auf das strikte Festhalten an Intel zurückgeführt. AMD-Chips gelten bei ähnlicher Leistungsstärke als günstiger. Dell-Chef Kevin Rollins hält aber trotz der Öffnung für AMD weiter an Intel fest. Intel sei ein "großartiger Partner" und werde auch in Zukunft die überwiegende Mehrheit der Chips liefern, so Rollins.
Dementsprechend sieht Intel in der Dell-Entscheidung offenbar ebenfalls kein großes Problem. Die Ankündigung gelte vorerst nur für den Bereich Multiprozessor-Plattformen, der eher einen Nischenmarkt darstelle, erklärt Intel-Sprecher Martin Strobel gegenüber pressetext. In der zweiten Jahreshälfte wolle Intel zudem einen "sehr wettbewerbsfähigen" Dual-Core-Prozessor vorstellen, der derzeit noch unter dem Codenamen "Tulsa" firmiert. "Wir haben eine sehr starke Roadmap vor uns", so Strobel.
"Wir begrüßen Dell und die Dell-Kunden in der Welt von AMD64", freut sich hingegen AMD-Vizepräsident Marty Seyer in einer ersten Reaktion. Für den Chipriesen könnte Dells Entscheidung einen großen Schritt nach vorn beim Kampf um die Vorherrschaft auf dem Halbleitermarkt bedeuten. Entsprechend beurteilten die Börsianer die Situation und schickten die AMD-Aktie auf einen wahren Höhenflug. Laut WSJ kletterte das Papier nach leichten Kursgewinnen im Tagesverlauf im nachbörslichen Handel um 13 Prozent auf 35,4 Dollar.
Im abgelaufenen Quartal hat Dell wie bereits im März angekündigt einen Gewinnrückgang um 18 Prozent auf 762 Mio. Dollar hinnehmen müssen. Der Umsatz konnte dagegen im Vergleich zum Vorjahresquartal um sechs Prozent auf 14,2 Mrd. Dollar gesteigert werden. Als Wachstumstreiber erwiesen sich einmal mehr das Auslandsgeschäft sowie der Speicherbereich.
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