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Microsoft: Die Qualen mit den Zahlen

11 Milliarden Dollar wurden für das dritte Quartal bei Microsoft erarbeitet, des einen ist man zufrieden, des anderen ist auch der Druck ersichtlich

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28.04.2006 06:26:38 / newsbyteNews


Ein ruhiges Quartal, zumindest was die Zahlen angeht – das erwartete die Börse von Microsoft: Ein Gewinn von 33 Cents pro Aktie und ein Umsatz von 11 Milliarden US-Dollar sollten es im dritten Quartal des Microsoft-Geschäftsjahrs sein. Die Turbulenzen um Software-Verzögerungen oder den EU-Kartellprozess ließen die Bilanzen des Softwarekonzerns aus Redmond zwar weitgehend unberührt, aber so ganz konnte man die Erwartungen doch nicht erfüllen. Der Umsatz kletterte im dritten Geschäftsquartal im Vergleich zum gleichen Vorjahresquartal um 13 Prozent auf 10,90 Milliarden US-Dollar – das liegt allerdings unter dem Rekordergebnis des Vorquartals und genau am unteren Ende von Microsofts eigener Prognose zum Abschluss des zweiten Quartals. Der Nettogewinn betrug 2,98 Milliarden US-Dollar (29 Cents pro Aktie) gegenüber 2,56 Milliarden US-Dollar (23 Cents pro Aktie) im Vorjahresquartal; im Vorquartal betrug der Gewinn 3,65 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn im abgelaufenen dritten Quartal enthält Belastungen in Höhe von 3 US-Cent pro Aktie, die für juristische Streitigkeiten fällig wurden; berücksichtig man dies, trifft Microsoft auch beim Gewinn pro Aktie genau das untere Ende der eigenen Prognose von 32 bis 33 Cents pro Aktie. Insgesamt weist Microsoft in den Bilanzen 397 Millionen US-Dollar Belastungen für Gerichtskosten und Beilegung von Rechtsstreitigkeiten aus, im gleichen Vorjahresquartal waren dies noch 768 Millionen US-Dollar.

Chris Lidell, bei Microsoft für die Finanzen zuständig, meinte, das Management sei zufrieden mit dem zunehmenden Tempo des Umsatzwachstums. "Wir beschleunigen unsere Investments in das Geschäft, um zukünftiges Wachstum anzutreiben", betonte Lidell, der nicht gerade viel Unterstützung von seinem Chef Steve Ballmer bekam. Der sprach kurz vor der Vorstellung der Bilanzen bei einer Web-2.0-Konferenz in Paris von möglicherweise fallenden Softwarepreisen. Abonnementmodelle und die zunehmende Auslieferung von onlinegestützten Anwendungen, die nur einen Webbrowser als Client benötigen, könnten auch zu Preisreduzierungen führen. Ob dies die Bilanzen negativ durch sinkende Einnahmen oder positiv durch mehr Kunden und damit doch insgesamt steigende Umsätze beeinflussen wird, ist auch für Microsoft eine der großen Zukunftsfragen: Die Firma setzt mit ihrer von Bill Gates eingeläuteten Ära der Live-Software nicht nur auf hohe Online-Anzeigenumsätze, sondern auch auf neue Absatzmöglichkeiten für die Software durch Online-Modelle. Lidell jedenfalls gab sich überzeugt, dass im nächsten Geschäftsjahr noch höhere zweistellige Umsatzsteigerungen anfallen werden als im laufenden Geschäftsjahr.

Besonders erfreut zeigt sich Microsoft über das Wachstum der Sparte Server and Tools (dazu gehören beispielsweise Windows Server 2003, Exchange und Entwicklungswerkzeuge). Hier habe es das fünfzehnte Quartal hintereinander einen zweistelligen Umsatzzuwachs gegeben.



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