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Google versteht alles

Suchmaschine könnte mit neuem Service Marketinglücke schließen

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Autor: 

claudia klemp

Datum: 

24.07.2006 13:02:18


„Benötigen wir wirklich mehr Informationen, die über unseren PC kommen, während wir zu Hause vor dem Fernsehapparat sitzen? Google beabsichtigt, dies zur Verfügung zu stellen.“ Thomas Claburn wagt für Informationweek http://www.informationsweek.com einen Blick in die Zukunft multimedialer Suchsystematik und stellt fest: Google hört alles. Zwei Google-Forscher schlagen demnach vor, eine so genannte Ambient Audio Identifikation Technologie zu verwenden, um den Ton des Fernsehers PC quasi einzufangen, die laufende Sendung zu identifizieren und direkt Such-Ergebnisse dazu über Google zu bekommen. „Das System kann den Benutzern folgen, während sie durch die Kanäle schalten, ihnen ein Echtzeit-Forum einer politischen Debatte in der einen Minute präsentieren und einen Ad-hoc Chat Room zu einem Sportereignis in der nächsten“, schreiben Michele Covell und Shumeet Baluja im Google Research Blog. Zukunftsmusik, Spielzeug für Freaks oder schon viel eher Realität als die meisten ahnen? Dass Prognosen über den technischen Fortschritt oft nur äußerst kurzlebig sind, erlebte Werner von Siemens, der dem Telefon 1878 keine allzu große Zukunft voraussagte: „Das Telefon wird für den Verkehr in Städten und zwischen benachbarten Ortschaften große Dienste leisten. Aber wie es auf ganz kurzen Entfernungen das Sprachrohr nie verdrängen wird, ebenso wenig wird es je für größere Entfernungen den Telegrafen ersetzen können.“

Marketingspezialisten sehen in der kombinierten Suchfunktion über Fernsehton und Internet eine neue Werbemöglichkeit: Denn sind sie immer daran interessiert, so viele Informationen über den Kunden zu sammeln wie möglich, genau zu wissen, wer welche Sendung zu welchem Zeitpunkt ansieht. „Content-Anbieter und Werbetreibende machen vielleicht Angebote für spezielle Fernseh- Segmente“, so Claburn. Auch zusätzliche, kundenspezifische Informationen über Produkte und Dienstleistungen wären wohl denkbar, so dass der neue Service auch Kundenbindungsstrategien unterstützen könnte. Schließlich gibt es immer mehr erlebnisorientierte Konsumenten, die auf maßgeschneiderte Angebote geradezu warten. Oft besäßen Unternehmen nicht die notwendigen Strukturen, um herauszufinden, mit welchen Dienstleistungen sie ihre Kunden am besten an sich binden könnten, erklärt Thorsten Posselt, Professor für Handels- und Dienstleistungsmanagement an der Bergischen Universität Wuppertal http://www.wiwi.uni-wuppertal.de. Diese Lücke könnte das neue Google-Angebot schließen. Dass die Sprachdialogtechnik hierfür ausgereift ist, entsprechende Aufgaben zu lösen, ist unbestritten, meint Bernhard Steimel, Sprecher der Brancheninitiative Voice Business, die in diesem Jahr zum dritten Mal die Bonner Voice Days http://www.voicedays.de veranstaltet: „Sprachanwendungen haben sich in den vergangenen zwei Jahren rasant weiterentwickelt und sind vielfältig einsetzbar.“ Getrieben von der wachsenden Bedeutung des mobilen Internets werde die Sprachautomatisierung für unterschiedliche Einsatzzwecke mit anderen Medien zusammengeführt. Spracherkennung und Sprachausgabe, ob netzbasiert oder im Endgerät eingebaut als Bedienfunktion, solle mit graphischen Benutzerschnittstellen sinnvoll zusammenwirken. „Dafür müssen technologische Kompetenzen aus unterschiedlichen Fachgebieten der Sprachtechnologie zusammengeführt werden, wie das Erkennen großer Wortschätze, das sinnvolle Interpretieren von Antworten auf offene Fragen und das Suchen in einem semantischen Kontext. Erst wenn das gelingt, kann die Vision Wirklichkeit werden und auch komplexe Such-Services wie Google ihre Macht im ‚Voice Web’ entfalten“, prognostiziert Steimel im Gespräch mit dem Magazin NeueNachricht http://www.ne-na.de.

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