|
Details:
Autor: |
Simon Margulies, Imaging & Media Lab, University of Basel / Langzeitarchivierung digitaler Daten DISTributed ARchiving NETwork DISTARNET |
Datum: |
08.05.2006 20:44:24 |
|
Die Abhängigkeit der Darstellung von einem Computer und die Möglichkeit der verlustfreien Kopie haben die Unabhängigkeit digitaler Daten von ihrem Speichermedien zur Folge: Die Speichermedien können durch eine verlustfreie Kopie ihrer Daten beliebig ausgetauscht werden.
Probleme der Langzeitarchivierung digitaler Daten
Zu den Hauptaufgaben eines Archivs gehört die Pflege des Archivguts. Darunter fallen auch für ein elektronisches Archiv die Minimierung des Datenverlusts und die Ermöglichung der zukünftigen Auffindens, der Darstellung, der Nutzung der Daten.
Um den Datenverlust digitaler Daten zu minimieren und die Überlieferung zu garantieren, sollten digitale Daten in einer inneren und äusseren Redundanz gehalten werden: Die innere Redundanz muss durch das Dateiformat gewährleistet sein, so dass bei Verlust einiger Zeichen dennoch die gesamte Information der Datei wiederhergestellt und dargestellt werden kann. Bei Bilddateien sind deshalb auch verlustfreie Komprimierungen zu vermeiden.
Die äussere Redundanz wird erreicht, indem Kopien der archivierten Dateien auf mehreren Speichermedien gesichert werden, die ihrerseits an unterschiedlichen Orten (geographische Redun-danz) gelagert werden. Bei Verlust eines Speichermediums können die betroffenen Dateien von anderen Speichermedien zurückgewonnen werden.
Um das Auffinden zu ermöglichen, gelten für digitale Daten die gleichen Praktiken der Datenbeschreibung (Metadaten) wie für traditionelles Archivgut. Für das Handling in einem elektronischen Informationssystem ist es unumgänglich, die Datenbeschreibung ebenfalls in digitaler Form zu speichern.
Für die Darstellung müssen die Speichermedien und das Dateiformat der digitalen Daten von der Maschine gelesen werden können. Die Lesbarkeit der Speichermedien wird mit einem periodischen Umkopieren der Daten von einem veralteten auf einen aktuellen Datenträger erreicht (Datenträgermigration). Für die Lesbarkeit des Dateiformats sind zwei Möglichkeiten denkbar: Einerseits können die Daten von einem veralteten in ein aktuelles Dateiformat gewandelt (Datenformatmigration), andererseits die Darstellungsprozesse des veralteten Computersystems auf einem aktuellen imitiert werden (Emulation). Für beide Fälle wird aus der Dokumentation durch die Metadaten ausreichend Information zu ihrer korrekten Umsetzung benötigt.
[Vorherige] 1 2 3 4 5 6 7 8 [Nächste]
|