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CIO - e.g. Carreer is over - Warum ein IT-Kader so oft den kürzeren zieht

CIO - e.g. Carreer is over - Warum ein IT-Kader so oft den kürzeren zieht

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Dr. Helmut Steigele / CIO - e.g. Carreer is over - Warum ein IT-Kader so oft den kürzeren zieht

Datum: 

14.07.2006 13:01:00






CIO - e.g. Carreer is over - Warum ein IT-Kader so oft den kürzeren zieht

Auf den Punkt gebracht. IT-Kaderleute insbesondere CIOs sind nicht zu beneiden. Zum einen müssen Sie sich einerseits all der Huldigungen, Begehrlichkeiten und Schmeicheleien ihrer "verkaufsorientierten" Branchenkollegen erwehren. Zum anderen werden Sie von Ihren Businesskollegen im Unternehmen eher als "Zulieferer oder Erfüllungsgehilfe des Business" betrachtet. Die CFOs und CEOs von heute erwarten also hochragende technische Expertise gebündelt mit einem klein bisschen kaufmännischen Sachverstand (mehr ist sowieso von einem Techie nicht zu erwarten...).

Auf der anderen Seite fordern die Auguren, Evangelisten und Propheten aus der Beraterzunft, dass ein CIO immer mehr zu einem Unternehmer im Unternehmen wird. In aller Dienstfreudigkeit treten Sie an, hofieren mit Ihrer Fachkompetenz, zeigen auf wo gehandelt werden sollte und sind flux zur Stelle, wenn Ihr Fachwissen gefordert wird. Notabene ist dieses Fachwissen von Wert, also soll auch kräftig dafür gezahlt werden.

Doch auch ein CIO ist ein taktisch denkender Mensch. Wenn also Knowhow fehlt begibt er sich an Fachkonferenzen, lässt sich durch "Trusted Advisors" beraten, liest Whitepapers (am besten Gratis) und hofft so aus diesem Dilemma rauszukommen. Pustekuchen, so einfach ist es nun doch nicht. Erstens trifft die gequälte Seele an Fachkonferenzen nur selten gänzlich auskunftsfreudige Experten an. Diese wollen schliesslich auch Ihre Gagen mehrmals abholen. In Whitepapers steht grundsätzlich nur das, was in konkreto möglich ist, aber nie das, was ein Projekt verzögert, und damit Geld kostet. Last but not least, gibt es noch die "Trusted Advisors", also jene Zunft der kompetenten, zu Beginn grundehrlichen und am Ende oft geschassten Experten, welche auch Ihren Reibach eingestreift haben.

Doch der Canossagang ist noch nicht beendet. Wozu gibt es eigentlich die Hochschulen. Diese bilden doch den Kader der Zukunft aus. Ein Professor wird doch wissen, was ein CIO braucht. Tut er auch, aber dazu müsste man sich der schnöden Praxis zuwenden. Der Zweck der Wissenschaft liegt es Lösungsansätze zuvor einem "Verifizierungs- und Falsifizierungsprozess" zu unterwerfen. Des weiteren werden hier Absolventen ausgebildet, welche vielleicht in 10 Jahren zum CIO werden. Ausserdem sind kurze Referate (Keynote Speaches) an Konferenzen besser bezahlt, als eine eigene Lehrtätigkeit nur für CIOs. Es ist schlichtweg einfacher eine Stunde zu deklamieren, als sich stundenlang mit der Alltagspraxis einer bestimmten Berufsgruppe zu verschreiben.

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