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Projektbeschreibung Stiftsbibliothek Sankt Gallen

Die Stiftsbibliothek Sankt Gallen gehört mit ihren 2100 Handschriften zu den ältesten und bedeutendsten Handschriftenbibliotheken der Welt

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Details:

Autor: 

Prof. Dr. Christoph Flüeler, Prof. Dr. Ernst Tremp / Projektbeschreibung Stiftsbibliothek Sankt Gallen

Datum: 

06.07.2006 08:15:53


Bedeutung der Forschungsarbeit
Das internationale Ansehen der Stiftsbibliothek St. Gallen als UNESCO-Weltkulturerbe und die hohe Bedeutung ihrer mittelalterlichen Handschriftenbestände prädestinieren sie dazu, zum Standort eines Schweizer Pilotprojekts für eine digitale Manuskriptenbibliothek zu werden.
Analog zur wissenschaftlichen Bezeichnung der St. Galler Handschriften als "Codices Sangallenses" (Cod. Sang.) und in Anlehnung an das Kölner Unternehmen (Codices Electronici Ecclesiae Coloniensis) erhält das St. Galler Digitalisierungs-Projekt den Titel "Codices Electronici Sangallenses (CESG)".
Der Beginn soll mit einem aussagekräftigen Segment der mittelalterlichen Handschriften gemacht werden. Dafür eignen sich in besonderer Weise die ca. 130 Handschriften im Katalog der St. Galler Buchmalerei vom 8. bis 11. Jahrhundert, den Prof. Dr. Anton von Euw zur Zeit als Teil seines "Opus magnum" über die frühe St. Galler Buchkunst anfertigt.
Digital hochwertige Farbaufnahmen ergänzen nicht nur die bisherige Schwarz-Weiss Mikroverfilmung, sondern ihr Informationsgehalt geht weit darüber hinaus. Dadurch sinkt die Notwendigkeit, die kostbaren Originale zu benützen; diese werden folglich langfristig geschont.
Die erfassten und mit Hilfe der neuesten Forschungsliteratur bearbeiteten Bestände von CESG sind über Internet weltweit zugänglich. Sie stehen damit nicht nur einer wesentlich grösseren Gemeinschaft von Benützern auf bequemste Weise zur Verfügung, auch die Bekanntheit von Sammlung und Bibliothek steigt dementsprechend. Die inhaltlich-wissenschaftliche Erschliessung und Erforschung der St. Galler Handschriften nehmen zu.
Die Stiftsbibliothek und ihre attraktive Homepage als Portal für den Zugang zu den digitalen Handschriften bilden ein lohnendes Medium für Sponsoren und Donatoren.

Personelle Ausstattung
Für das Projekt wurden fünf Arbeitsstellen mit insgesamt 230 Lohnprozenten geschaffen. Das Projekt wird von einem Projektleiter (Christoph Flüeler, 30%) betreut, der diese Tätigkeit im Nebenamt ausübt. Er ist verantwortlich für die Ausarbeitung des Konzepts, die Finanzierung (einschliesslich Projektanträge, Kontakt zu den Sponsoren), die Zusammenstellung (jedoch nicht Verarbeitung) der Metadaten und Kontakte nach aussen (Vorträge, Kongresse und Projektpräsentationen). Dieser wird in seiner Arbeit von zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern (Rafael Schwemmer, 80% und Torsten Schassan, 20%) unterstützt, die mit dem Projektmanagement und der technischen Leitung betraut sind. Sie sind verantwortlich für die Überprüfung der Handschriften, die Überwachung des Digitalisierungsvorgangs, die Benennungsregeln der Dateien, die Kontrolle der Digitalisate (Vollständigkeit und Qualität), die Bearbeitung der Metadaten und die Erstellung der XML Dateien. Ausserdem betreuen sie die Website des Projekts, überspielen die Daten auf den Server und sind zuständig für die Aktualisierung, Katalogisierung, Dokumentation und Speicherung der Daten. In den Räumlichkeiten der St. Galler Stiftsbibliothek wurde ein Digitalisierungsatelier eingerichtet, in dem zwei Fachkräfte (Urs Baumann, 50% und Patricia Hanimann 50%) die wertvollen Handschriften digitalisieren. Sie erstellen die Aufnahmen und protokollieren den ganzen Digitalisierungsvorgang.

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