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Details:
Autor: |
Prof. Dr. Christoph Flüeler, Prof. Dr. Ernst Tremp / Projektbeschreibung Stiftsbibliothek Sankt Gallen |
Datum: |
06.07.2006 08:15:53 |
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Kurze Geschichte der Stiftsbibliothek St. Gallen im Überblick
Die Stiftsbibliothek zeichnet sich durch eine über 1200-jährige Kontinuität aus. Sie ist die einzige am ursprünglichen Ort erhalten gebliebene grosse Klosterbibliothek des Mittelalters. Die Anfänge reichen bis ins 8. Jahrhundert zurück. Aus der kulturellen Blütezeit der Abtei vom 9. bis 11. Jahrhundert sind mehrere hundert Handschriften erhalten. Unter den Äbten Ulrich Rösch und Franz Gaisberg blühte im 15./16. Jahrhundert die Buchkunst wieder auf, und es wurden Büchersammlungen verschiedener Gelehrter erworben. Einen letzten bedeutenden Zuwachs an mittelalterlichen Handschriften erfuhr die Bibliothek unter dem zweitletzten Fürstabt Beda Angehrn (1767-1796). Nach der Aufhebung des Gallusklosters im Jahre 1805 konnte die Bibliothek am gleichen Ort bewahrt werden. Ihre Trägerschaft bildet seither der Katholische Konfessionsteil des Kantons St. Gallen, die kantonale öffentlich-rechtliche Körperschaft der St. Galler Katholiken. Der Stiftsbezirk und die Stiftsbibliothek wurden im Jahr 1983 von der UNESCO in den Rang eines Weltkulturerbes erhoben. Heute ist die Stiftsbibliothek einerseits eine öffentliche Studienbibliothek, die von Forschenden aus der ganzen Welt aufgesucht wird, andererseits mit ihrem weltberühmten barocken Bibliothekssaal ein viel besuchtes Museum.
Bisherige Handschriftenerschliessung
Vor drei Jahrzehnten, noch lange vor dem elektronischen und digitalen Zeitalter, begann die Bibliothek, einen neuen beschreibenden Katalog aller mittelalterlichen Handschriften zu erarbeiten. Bis dahin gab es für den gesamten Bestand nur ein gedrucktes Verzeichnis aus dem Jahr 1875, den Katalog von Gustav Scherrer mit der Beschreibung der Codices 1-1725, der mit seiner rudimentären Erschliessung den heutigen Anforderungen nicht mehr genügt.
Die Neukatalogisierung nach den Richtlinien der "Deutschen Forschungsgemeinschaft" (DFG) wurde vor circa drei Jahrzehnten in Angriff genommen. Das Ergebnis dieser Katalogisierungsbemühungen (mit einer 50%-Stelle) besteht in etwa 480 neu erschlossenen Handschriften, die kodikologisch (buchkundlich) und paläographisch (handschriftenkundlich) untersucht und deren Inhalt und Buchschmuck beschrieben worden sind. Davon gehören etwa 230 zum mittelalterlichen Bestand. Noch ist ein weiter Weg zu beschreiten, bis das Ziel erreicht ist und wenigstens alle mittelalterlichen Handschriften erfasst sein werden.
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