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Interview mit: Andreas P. Meyer / Unternehmen müssen Netzwerke bilden und Die Deutsche Bahn ist auf die Tram gekommen |
Datum: |
10.05.2006 17:40:43 |
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Unternehmen müssen Netzwerke bilden
Interview: DB Stadtverkehr-Chef Andreas Meyer prophezeit, dass die Zahl der ÖPNV-Anbieter schrumpfen wird. Viele müssten erst einmal lernen, im freien Markt zurechtzukommen.
Mit 1.23 Milliarden Fahrgästen jährlich und einem Umsatz von 1.7 Milliarden Euro ist DB Stadtverkehr die Nummer eins im deutschen ÖPNV-Markt. Das grosse Firmennetzwerk sei hilfreich, um in Not geratene Gesellschaften zurück auf die Erfolgsspur zu bringen, sagt Andreas Meyer Vorsitzender der Geschäftsführung, gegenüber trans aktuell-Mitarbeiter Markus Schmidt-Auerbach.
trans aktuell: Wie weit ist es DB Stadtverkehr im ersten Geschäftsjahr geglückt, den Ausgleich für Ausschreibungsverluste von DB Regio zu schaffen?
Meyer: Es war nie das Ziel von DB Stadtverkehr, wegbrechende Verkehre auf der Schiene zu kompensieren, sondern wir wollen neue Chancen in einem Markt nutzen, der jetzt schon viel Bewegung zeigt und der noch mehr in Bewegung kommen wird.
Bringen Sie sich deswegen als Partner von Deutschlands zweitgrösstem Kommunalunternehmen, der Hamburger Hochbahn, in die Diskussion?
Für den Fall, dass die Stadt Hamburg als Eigentümerin ein Engagement von dritter Seite anstrebt, sind wir gesprächsbereit, Die 370 öffentlichen Verkehrsunternehmen in Deutschland waren bisher auf Daseinsvorsorge ausgerichtet, künftig müssen sie mit dem Markt klarkommen. Manch einer wird sich anlehnen wollen, etwa an uns. Andere werden es auf lokaler Ebene selber versuchen, Wieder andere setzten auf eigene Expansion. Derzeit nehmen es noch nicht alle Anbieter mit Rentabilität, Kapitalverzinsung und Risikobepreisung so genau. Die Phase abenteuerlicher Kalkulationen wird aber rasch enden, das Pendel zurückschwingen. Niemand kann es sich auf Dauer leisten, Angebote nicht rational und ausreichend zu kalkulieren.
Müssen ÖPNV-Aufgabenträger schon bald wieder mit steigenden Preisen rechnen?
Die Nahverkehrsbranche verhält sich vor der Marktöffnung wie zuvor der Energiesektor: Die Preise sinken auf ein unbekanntes Niveau. Sie werden sich aber recht schell wieder erholen: Banken und private Kapitalgeber schauen auf die Werthaltigkeit der Verkehrsverträge. Wir wissen aus vielen Gesprächen mit Kämmerern, dass auch sie die zu Grenzkosten kalkulierten Angebote kommunaler Verkehrsbetriebe mit Sorge betrachten.
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