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Details:
Autor: |
claudia klemp |
Datum: |
25.05.2007 14:18:22 |
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Informatikgeschichte fristet in Deutschland ein Schattendasein. Leider, möchte man einwerfen, denn gerade hat ein Film über den Deutsch-Amerikaner Joseph Weizenbaum den renommierten Wolfgang von Kempelen Preis 2007 http://www-itec.uni-klu.ac.at/KempelenPreis/home/index.html für die künstlerische und mediale Vermittlung der Informatikgeschichte an der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt/Österreich erhalten.
Der Dokumentarfilm „Weizenbaum. Rebel at Work“ von Silvia Holzinger und Peter Haas http://www.ilmarefilm.org erzählt das Leben des heute 84-jährigen Weizenbaum auf höchst vergnügliche Weise. Weizenbaum, der in den 60er Jahren zu den bahnbrechenden Forschern auf dem Gebiet der Informatik gehörte und unter anderem am Massachusetts Institute of Technology (MIT) arbeitete, stellte sich im Lauf seiner Karriere immer kritischere Fragen über die gesellschaftlichen Folgen der Fortschritte in der Computertechnik und der Künstlichen Intelligenz (KI). Was ihn im Kern immer mehr bewegte, war die Frage nach der Wechselwirkung zwischen technischer Entwicklung und gesellschaftlichen Veränderungen.
„Joseph Weizenbaum ist eine lebende Legende unter den Informatikern und beinahe eine Kultfigur“, schrieb die Schwäbische Zeitung http://www.szon.de. Dass er noch immer ein scharfzüngiger KI-Beobachter und Kritiker der Computerforschung und Wissenschaftsgläubigkeit ist und nicht zufällig als Computerdissident bezeichnet wird, bewies er auf der diesjährigen Call Center World http://www.callcenterworld.de in Berlin. „Die Phantasie, dass wir Roboter herstellen, die wie Menschen aussehen und handeln ist einfach verrückt. Hier sind die Grenzen der Künstlichen Intelligenz erreicht und wir sollten sie nicht überschreiten, auch wenn wir es könnten“, warnte er. „Menschen machen sich etwas vor, wenn sie denken, der Computer lächelt, weil er sich freut.“ Diese Freude sei lediglich programmiert, so Weizenbaum. „Wenn eine bestimmte Reihe von Umständen aufeinander treffen, seien Menschen in der Regel glücklich und lächeln. Das berechne der Roboter. Aber er könne es nicht wirklich empfinden. Schon bei seinem Computerprogramm ELIZA war der damalige MIT-Professor Weizenbaum entsetzt darüber, dass Menschen tatsächlich dachten, ELIZA würde auf ihre Fragen und Probleme eingehen. In Wirklichkeit hatte Weizenbaum lediglich eine gewisse Anzahl von Frage- und Antwortenmustern programmiert“, berichtete die Computerzeitung http://www.computerzeitung.de. „Je mehr es sind, desto besser gelingt die Illusion, dass der Computer den Menschen ‚versteht’.“
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