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Details:
Autor: |
Beat Stocker und Uli Hoffmann / IT-Weiterbildungsanbieter auf dem Prüfstand - Teil 3: Das Märchen von der Durchführungsgarantie |
Datum: |
24.05.2007 20:21:14 |
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BFS:
Wieso?
ULH:
Es wurden und werden zu viele Kurse abgesagt, mangels einer genügenden Anzahl von Teilnehmern. Also suche ich mir doch einen Anbieter, der die Durchführung garantiert.
BFS:
Customers Paradies?
ULH:
Absolutely!
BFS:
Warum dann „Unwort des Jahres“?
ULH:
Ganz einfach. Durchführungsgarantie kling modern, progressiv, kundenorientiert …
Sie ist aber die fehlerhafte Korrektur eines Fehlers. Sie löst nicht das ursprüngliche Problem – die Fehler in der Angebotsplanung. In vielen Fällen ist die Durchführungsgarantie aber eine Mogelpackung.
BFS:
Ups, jetzt braucht es Fakten!
ULH:
Schauen wir zuerst auf das Angebot und fragen uns, wie gross ist das Problem der angebotenen und dann nicht durchgeführten Kurse?
Reden wir hier von 5 oder sogar 25%?
Mitnichten. Wenn ich den Trendreport 2006/2007 vom Bildungspool anschaue, dann sehe ich, dass gerade bei den IT-Schulungen, Absagequoten von über 70% keine Seltenheit sind. Hier findet man z.B. 82% nicht durchgeführte Kurse für IT Grundlagen, oder 77% annullierte IT Zertifikatslehrgänge. Von den über 3'000 betrachteten Angeboten ergibt sich eine durchschnittliche Absagequote von 73%.
Was passiert mit den sogenannten Absageleichen? Lässt man sie im Regen stehen oder werden sie professionell unterstützt?
BFS:
Willkommen Durchführungsgarantie!
ULH:
Richtig. Löst aber das gerade genannte Problem der Bildungsanbieter nicht.
Zweiter Problemkreis sind die Kosten. Wird ein Kurs mit nur einem oder zwei Teilnehmern durchgeführt, so fehlt der Deckungsbeitrag. Der muss dann von den erfolgreichen Kursen mitgetragen werden, vielleicht sogar über erhöhte Kursgebühren kompensiert.
Dann sehe ich als drittes Problem, dass in so kleinen Klassen kaum von Erfahrungsaustausch gesprochen werden kann. Vorteil kann ggf. ein besserer Lerntransfer sein.
BFS:
Des einen Freud, des anderen Leid?
ULH:
Nochmal, der Bildungsuchende darf sich hierüber freuen. Der Bildungsanbieter ist aufgerufen, die Missstände wie z.B. Überangebote zu beseitigen.
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