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Swiss Equity: Im 21. Jahrhundert werden Kooperationen die Zukunft sein

Nach Ansicht von Joschka Fischer müssen in einer integrierten Weltwirtschaft Unternehmen und Volkswirtschaften offen für Kooperationen sein. Dies betont der ehemalige deutsche Aussenminister im Interview mit dem Swiss Equity magazin.

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Autor: 

Björn Zern und Joska Fischer / Im 21. Jahrhundert werden Kooperationen die Zukunft sein

Datum: 

21.05.2006 17:42:06






SWISS EQUITY MAGAZIN: Herr Fischer, wann waren Sie das letzte Mal in China?

JOSCHKA FISCHER: Im Juli vor zwei Jahren als Aussenminister.

Und welche Eindrücke und Erfahrungen haben Sie mitnehmen können?

Jeder, der einmal mit wachen Augen in China gewesen ist, der hat zwei Eindrücke: einerseits die unglaubliche Dynamik, mit der das Land wächst, und natürlich auch das hohe Mass der Veränderung. Gleichzeitig aber auch die ökologische Überlastung durch das Wachstum. Es erinnert mich vieles im heutigen China an meine Kindheit in Stuttgart am Neckar.

Wo sehen Sie die Parallelen?

Unser Gymnasium lag direkt am Neckar und das war damals ein biologisch totes Fliessgewässer. Die Luftverschmutzung hatte ähnliche Dimensionen wie heute in China. Dieser Probleme, mit denen nun China konfrontiert ist, ist sich das Land mittlerweile auch bewusst.
Aufgrund der hohen Bevölkerungszahl spielt der Umgang mit der Umweltproblematik dort natürlich eine ganz andere Rolle als bei uns.

Welchen Einfluss wird das chinesische Wirtschaftswachstum auf Europa haben?

China bedeutet für uns alle nicht nur eine grosse Chance für mehr Wachstum. Gleichzeitig entstehen in Asien Mega-Ökonomien, die die Weltwirtschaft vor gewaltige Herausforderungen stellen. Dies sind, neben den bereits erwähnten ökologischen Problemen, auch die Herausforderungen betreffend die
Ressourcen.

Werden wir diesen Herausforderungen gewachsen sein?

Dies ist eine der zentralen Fragen des internationalen politischen Systems der Zukunft. Ich bin der Meinung, dass sich dies mit Vernunft regeln lässt. Aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt läuft alles noch sehr willkürlich ab.
In meiner Zeit als Aussenminister konnte ich erleben, wie sich in den letzten drei Jahren bereits sehr viel verändert hat. Überall, wo man hingekommen ist – sogar in den hintersten Winkeln der Welt –, waren staatliche und private Delegationen aus Indien und China vertreten. Dies zeigt, wie gross der Ressourcen- und Energiehunger dieser Mega-Ökonomien ist.

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