|
Details:
Autor: |
Wiemers Matthias |
Datum: |
25.04.2007 15:56:16 |
|
Als attraktivstes Argument für den Kauf bei unabhängigen Resellern gilt wohl der Preis, ebenso kann auch der Service eine Rolle spielen, wenn beispielsweise der freie Dealer bessere Konditionen anbietet. Gebrauchte Netzwerkkomponenten stellen zudem eine kostengünstige Backup-Lösung dar. Statt teure Neuteile für Notfälle zu lagern, übernimmt für den Zeitraum zwischen Defekt und Reparatur der ersten Garnitur ein sorgfältig überprüftes, preiswert eingekauftes Gerät aus zweiter Hand die Aufgaben. Seriöse Händler sind im eigenen Interesse darauf bedacht, stets einwandfreie Originalware anzubieten, steht doch der Ruf des eigenen Geschäftes auf dem Spiel. Selbst gefälschte Ware hat bei etablierten Anbietern so gut wie keine Chance, dafür sorgen in der Regel Tests beim Wareneingang und regelmäßige Kontrollen der Lieferanten. Beim in den USA ansässigen Gebrauchthändler für Computerelemente NHR (Network Hardware Resale) sorgen allein über 100 Mitarbeiter für ausgiebige Inspektionen der Artikel. Auch in Deutschland erfolgt diese Praxis, wie Max Kühne, Managing Director der Tecowin GmbH, bestätigt: „Als unabhängiger Anbieter für Netzwerkhardware bedienen wir europaweit zahlreiche namhafte Unternehmen, eine Belieferung mit ungeprüfter Secondhand-Ware, illegal nachgemachten Geräten oder anderen nicht originalen Produkten käme einer forcierten Existenzaufgabe gleich. Als Geschäftspartner der großen Hersteller sehen wir die von dieser Seite getätigten Aussagen mit skeptischem Blick, werden doch ehrliche gewerbliche Abnehmer und Verkäufer solcher Systeme in einen Topf mit unseriösen Schwarzhändlern geworfen. Als einziges deutsches und eines der wenigen europäischen UNEDA-Mitglieder (United Network Equipment Dealer Association) hoffen wir, bald eine zufriedenstellende Lösung zu finden.“ Kühne ergänzt: „Ob es unter den von den Konzernen direkt autorisierten Verkäufern nicht doch Vertreiber kopierter Artikel gibt, lässt sich nicht vollkommen ausschließen. Auch diese Unternehmen sind am eigenen Profit interessiert, somit nicht durch eine Zertifizierung automatisch resistent gegen die Verlockungen großer Margen. Der Industrie direkt zugehörende Vertriebskanäle müssten insofern ebenfalls als Gefahrenquelle angesehen werden.“ IT-Konzerne versuchen Endkunden mit dem Sicherheitsargument an eigene Händler zu binden, bieten jedoch trotz des lukrativen Marktes kaum eine Großzahl an Artikeln aus zweiter Hand im eigenen Hause an. Nicht zuletzt fehlen für Klein- und Mittelständler häufig relevante Neugeräte zu attraktiven Preisen im Sortiment, ein echter Anreiz zur Abkehr von freien Anbietern fehlt also oftmals. Bei Cisco ist diese Erkenntnis jetzt ebenfalls gereift und kündigte im April 2007 an, demnächst spezielle Produkte für Betriebe mit weniger als 100 Usern zu vermarkten.
[Vorherige] 1 2 3 [Nächste]
|