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Details:
Autor: |
Wiemers Matthias |
Datum: |
25.04.2007 15:56:16 |
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„Es ist, als würde ich mein drei Jahre altes Auto zwar legal an einen beliebigen Interessierten verkaufen, der dürfte es aber nicht fahren, weil er es nicht beim Hersteller direkt gekauft hat. Würde ich den Wagen jedoch an den Hersteller verkaufen, müsste ich zwingend ein neues Auto der gleichen Marke wiedererwerben“. So fasst ein Leser der englischen Webseite networkworld.com die Politik des IT-Herstellers Cisco in einem Kommentar zusammen. Tatsächlich wehren sich zahlreiche IT-Produzenten verstärkt gegen den natürlichen freien Markt, von diesen oft abwertend als Graumarkt bezeichnet, und nennen Gründe, die bei Händlern auf Unverständnis stoßen. Besonders die Aussagen, der Graumarkt begünstige die Verbreitung gefälschter Teile und nicht direkt von Herstellern erworbene Computerkomponenten aus zweiter Hand seien qualitativ unberechenbar, lösen Proteste aus. Legale Reseller fühlen sich mit dem unseriösen Schwarzmarkt gleichgesetzt. Dabei bildet der sogenannte Graumarkt die Basis im weltweiten IT-Business: Hier werden, wie in einer Marktwirtschaft üblich, Produkte vom Originalhersteller zu günstigen Konditionen an Händler abverkauft und finden von dort den Weg zum Endkunden oder weiteren Abnehmern. Auch der Handel mit gebrauchten Komponenten zählt zu diesem Markt. Doch zahlreiche Produzenten würden ihre Neuware lieber nur über zertifizierte Fachhändler direkt an den Endkunden absetzen und das Geschäft mit Secondhand-Artikeln unterbinden oder komplett in eigenen Händen wissen wollen. Allein mit Gebrauchtwaren der Marke Cisco verdienen spezialisierte Anbieter weltweit rund 200 bis 300 Millionen Dollar pro Jahr, dies entspricht einem Anteil von sieben Prozent am gesamten Konzernumsatz – anderen Markenartiklern geht es ähnlich. Gerade die von IT-Komponentenherstellern getätigte Aussage, Zweithandware von freien Resellern abzunehmen sei ein Risiko, schädigt laut Wilhelm von Jagow, Director Operations beim Wanzlebener IT-Broker Tecowin GmbH, hauptsächlich Endkunden: „Wer nach steuerlicher Abschreibung seiner Geräte deren Verkauf plant, muss aufgrund solcher schädigenden Aussagen mit erheblichen Wertverlusten rechnen, da potenzielle Käufer durch die Herstellerkampagnen eingeschüchtert wurden und spürbar weniger zu zahlen bereit sind. Eine wirklich freie Wahl beim Kauf und Verkauf wird somit untergraben.“
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