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Kampf im Cyberspace – wer wird gewinnen?

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Autor: 

Yury Mashevsky / Kampf im Cyberspace – wer wird gewinnen?

Datum: 

24.01.2007 20:58:40






Konfrontation zwischen Online-Kriminellen und dem Staat

Der Staat verfügt wohl über die besten Möglichkeiten zur Eindämmung der Cyber-Kriminalität, gleichzeitig ist er jedoch auch der am langsamsten agierende Teilnehmer dieser Konfrontation. Der Zeitpunkt, zu dem es noch möglich gewesen wäre, die Situation unter Kontrolle zu bekommen, ist unwiderruflich verstrichen.

Mittlerweile hat die Online-Kriminalität derartige Ausmaße angenommen, dass es dem Staat schlicht an Ressourcen mangelt, um sich auch nur einem Teil aller begangenen Verbrechen zu widmen. Für die rechtsstaatlichen Organe gestaltet sich der Kampf gegen die Cyberkriminalität überaus schwierig, da sie sich nicht auf die Grenzen eines Staatsgebiets beschränkt (die Online-Kriminellen können einen Server in einem Land unterhalten, dabei die Anwender eines anderen Landes angreifen und sich selbst in einem dritten Land aufhalten). Zudem ermöglicht die Infrastruktur des Internet den Verbrechern, unter Wahrung der Anonymität blitzschnell zu agieren.

Außerdem mahlen die staatlichen Mühlen nur sehr langsam. Bis zur Ausarbeitung und anschließenden Verabschiedung eines Gesetzes durch die staatlichen Organe verstreicht wertvolle Zeit, so dass es den Kriminellen problemlos gelingt, noch vor Beginn der Ermittlungen, ihren Standort zu verändern, indem sie zwischen verschiedenen Hostings wechseln.

Derzeit erinnert der Staat vielmehr an ein Opfer als an einen ernstzunehmenden Gegner der Online-Kriminalität. Zur Unterstützung dieser These lässt sich eine Reihe von Vorkommnissen anführen, über die umfassend in den Medien berichtet wurde:
Praktisch jeder internationale politische Konflikt größeren Ausmaßes führt zur Konfrontation zwischen den Cyber-Kriminellen der streitenden Staaten, was meist das Hacken der staatlichen Site der Gegenseite zum Resultat hat. So geschehen Ende 2005, als die politischen Debatten über die territoriale Zugehörigkeit der Fischfanggründe in eine Konfrontation zwischen peruanischen und chilenischen Cyber-Hooligans mündeten. So war es auch während des letzten libanesisch-israelischen Konflikts, als Dutzende israelische, libanesische und amerikanische Sites attackiert wurden. Die Konfrontation zwischen den Online-Kriminellen Japans und Chinas sowie Chinas und den USA kann man fast chronisch nennen. Dabei sei angemerkt, dass derartige – die staatlichen Netzressourcen in Mitleidenschaft ziehenden – Auseinandersetzungen von staatlicher Seite ungeahndet bleiben.

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