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Details:
Autor: |
Werner Huber, Michael Eichenberger, Pascal Hildbrand / ATAG Asset Management: Megatrend Infrastruktur |
Datum: |
09.10.2006 09:30:53 |
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Bei näherem Betrachten der Telekommunikationsbranche in den einzelnen Schwellenländern fällt auf, dass sich vielerorts lokale Anbieter im Markt etabliert haben. China Mobile beherrscht beispielsweise rund zwei Drittel des Heimmarktes. Die mangelnde Präsenz westlicher Telekoms ist weniger auf mangelndes Interesse, als vielmehr auf protektionistische Schranken zurückzuführen. In vielen Regionen wird der Markt für ausländische Gesellschaften nun aber ganz oder schrittweise geöffnet.
Es wird oft moniert, dass die durchschnittlichen Erträge pro Kunde in den eher kaufkraftschwachen Märkten der Schwellenländer sehr bescheiden sind. Das indische Telekomunternehmen Bharti Airtel beweist, dass es sich auch mit einem solchen Kundenportfolio sehr profitabel arbeiten lässt. Bharti Airtel hält in Indien einen Marktanteil von 22 % und erwirtschaftete im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 2.6 Mia. USD einen beachtlichen Reingewinn von USD 500 Mio. Der britische Mobilfunkriese Vodafone hält eine 10%-Beteiligung am indischen Unternehmen und möchte diese auf 30 % erhöhen. Vodafone baut auch in anderen Schwellenmärkten wie Osteuropa eine verstärkte Präsenz auf. Genauso der grösste spanische Telekommunikationskonzern Telefónica, der sich mit dem Kauf der tschechischen Cesky Telecom einen Platz im osteuropäischen Markt gesichert hat. Der Fokus der Spanier lag in den vergangenen Jahren aber vor allem auf Lateinamerika. Dort ist Telefónica inzwischen in fast sämtlichen Ländern Marktführer. Die Beteiligung an Privatisierungen hat sich als erfolgreiche Strategie erwiesen. Der Ausbau der Netzwerkinfrastruktur in Lateinamerika hält an. Allerdings sind die veranschlagten Investitionssummen bescheidener als in den rapide wachsenden asiatischen Staaten.
Fazit
Das grösste Potential für den Infrastruktuaufbau liegt in den Schwellenländern. Indien und China stellen sich als die grössten Nachfrager heraus. Die Urbanisierung und die Globalisierung werden weitergehen und erfordern Ausgaben in Milliardenhöhe. Westliche Unternehmen profitieren von der externen Auftragsvergabe, da das Know-how fehlt. Die Privatisierung der Infrastrukturanlagen wird ebenfalls weitergehen - und damit verbunden die Fusionen und Übernahmen innerhalb der jeweiligen Branchen. Dies verleiht zusätzlichen Auftrieb. Infrastruktur ist ein langfristiges Anlagethema. Durch die vermehrte Finanzierung über den Kapitalmarkt rückt das Thema auch für den Privatanleger ins Blickfeld.
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