|
Details:
Autor: |
Werner Huber, Michael Eichenberger, Pascal Hildbrand / ATAG Asset Management: Megatrend Infrastruktur |
Datum: |
09.10.2006 09:30:53 |
|
Privatisierungswelle
Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen, die sich im Bereich der Infrastruktur-erschliessung betätigen, wurde der Telekomsektor bereits in weiten Teilen der Erde privatisiert. Nicht nur in zahlreichen europäischen Staaten verabschiedete sich die öffentliche Hand in den 90er-Jahren aus dem Telekomgeschäft, sondern auch in weniger entwickelten Regionen der Welt. Die Erlöse aus diesen Veräusserungen half einigen europäischen Staaten ihre defizitären Staatshaushalte zu sanieren. Die Weltbank schreibt in einem kürzlich erschienen Bericht, dass inzwischen mehr als der Hälfte der Weltbevölkerung ein Festnetzanschluss zur Verfügung steht und dass sogar 77 % Zugang zu einem Mobilfunknetz haben. Das heisst jedoch nicht, dass drei Viertel der Erdbevölkerung ein Mobiltelefon besitzen. Obwohl die Tarife kontinuierlich sinken und immer günstigere Mobiltelefone angeboten werden, können sich viele Menschen in den Emerging Markets noch kein eigenes Handy leisten. Trotzdem ist der Privatisierungswelle in der Telekombranche vieles zu verdanken. Der Wettbewerb funktioniert in den meisten Märkten gut, was einerseits die Innovationskraft der Unternehmen antreibt und andererseits die Verbindungsgebühren tief hält.
Schwellenländer
Das Wachstum in den entwickelten Märkten ist für die Telekoms praktisch zum Stillstand gekommen. Höhere Umsätze können künftig nur über eine Erweiterung der Produktpalette generiert werden. Ganz anders stellt sich die Situation in den Emerging Markets dar. Hier kommen monatlich mehrere Millionen neue Nutzer hinzu, alleine in China sind es jeweils rund fünf Millionen. Um diesem Wachstum gerecht zu werden, muss die Netzwerkinfrastruktur eines Landes laufend erweitert und modernisiert werden. Profiteure sind wiederum in erster Linie die schon oben erwähnten Telekomausrüster. Sie sind in einigen dieser Märkte bereits sehr aktiv. Prominentester Markt ist China, der einen grossen Teil zum Umsatzwachstum mancher Telekomausrüster beiträgt. Ein Ende dieses Investitionsbooms ist noch nicht absehbar. China Mobile hat im Vorjahr USD 3.1 Mia. in neue Netzausrüstung investiert, im ersten Semester 2006 waren es schon USD 4 Mia. Im Hinblick auf die Austragung der Olympischen Sommerspiele in Peking 2008 stehen grosse Investitionen in die Erweiterung des bestehenden Mobilfunknetzes an. Ebenfalls soll bis dahin die Markteinführung des UMTS-Standards vollzogen werden. In Indien sollen innerhalb der nächsten zwölf Monate 150 Mio. neue Festnetz- und Mobilfunkanschlüsse eingerichtet werden. Der Investitionsbedarf soll sich bis ins Jahr 2010 auf USD 40 Mia. belaufen.
[Vorherige] 1 2 3 4 [Nächste]
|