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Vom Massen- zum Community-Marketing

Wo Unternehmen ihre Kunden künftig antreffen werden - Virtuelle Tupperparties und die Netzwerkeffekte für neue Märkte

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Autor: 

claudia klemp

Datum: 

28.08.2006 13:31:31



Beim Corporate Blogging zählten Authentizität und Vertrauen. Das lasse sich nur im konkreten öffentlichen Dialog mit Kunden herstellen. Das kommunikative Lauffeuer, das über Weblogs entfacht werden könne, habe schon so manches Unternehmen bitter zu spüren bekommen, etwa Kryptonite oder Jamba zum Beispiel. „Letztlich bringen die Communities ein Stück Persönlich-Menschliches in die Netzwelt. Das Prinzip der sozialen Bewährtheit. Es ist nicht mehr nur ein anonymes Online-Angebot eines Dienstleisters oder Shops, wo natürlich der Verkauf im Vordergrund steht. Amazon ging mit seinen Kundenrezensionen und Ebay mit der Bewertung der Mitglieder, den ersten Schritt zum sich zu Wort meldenden Kunden. Eine Art freiwillige Selbstkontrolle und Qualitätssicherung. Das schafft Vertrauen. Es wird zunehmend aufwändiger, solche Verfahren zu unterlaufen. Die Communities merken das sehr schnell und reagieren prompt. Der daraus resultierende Imageschaden ist massiv. Genau das wird allerdings in immer perfekterer Form passieren. Das Netz ist geduldig“, sagt der Internetexperte Klaus Blömeke von der Webagentur Avaris Godot http://www.avaris-godot.de.

So sieht es auch Jens Klemann von der Bad Homburger Unternehmensberatung Strateco http://www.strateco.de. „Vor allem junge Leute verbringen ihre Zeit in Online-Communities, exponieren sich, stellen soziale Kontakte her, tauschen und teilen gemeinsame Erlebnisse. Die digitale Präsenz wird zum Teil der Persönlichkeit. Man lernt die sozialen Interessen der Menschen kennen, die diese freiwillig bereitstellen. Und genau hier liegt der Wert für das Marketing der Zukunft: Das wertvollste Gut der Communities sind Nutzerprofile. Die Nutzung dieser Daten bietet neue Perspektiven für das vor Jahren schon proklamierte One-to-One-Marketing. Jetzt ist die Zeit dafür gekommen“, betont Klemann, Mitinitiator der Brancheninitiative Voice Business http://www.voicedays.de.

Netzwerk-Effekte im Internet könnten Massenmärkte bewegen, vergleichbar mit den berühmten Tupperparties, die Anfang der 50er Jahre ihren Siegeszug in Amerika begonnen haben. Es sei das uralte Konzept des Empfehlungs-Marketings, das durch diese neuen Instrumente einen neuen Schub bekommt. „Sprachportale können hier einen wichtigen Zusatznutzen stiften: Erstens helfen Sie den mobilen Zugang zu Communities zu erleichtern, zweitens ermöglichen sie neue Ebenen der Interaktion und des Austausches und drittens bieten sie den Werbetreibenden einen Kanal, um in einen echten Kundendialog einzusteigen“, so Klemann. Die klassischen Medien verlören an Bedeutung. „Das alte Schlitzohr Rupert Murdoch hat bereits erkannt, dass Fernsehen, Zeitungen und Zeitschriften als Leitmedien längst durch Internet, Handy, Computer und Videospielkonsolen abgelöst werden. Werbe- und Medienkonzerne müssen sich daher mit neuen Diensten und Werbeformen an den neuen Medienkonsum anpassen, sonst gehen ihnen ganze Generationen von Konsumenten verloren“, prognostiziert Klemann.

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