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Der Sarbanes-Oxley Act (SOX) als Instrument der Corporate Governance

Der Sarbanes-Oxley Act (SOX) als Instrument der Corporate Governance (Eine nicht-amerikanische Sichtweise)

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Der Sarbanes-Oxley Act als Instrument der Corporate Governance / Björn Menden, Anne Bernzen, Markus Triebswetter, Rolf Kralisch, Stephan Schilling, Melanie Metz

Datum: 

17.08.2006 16:19:50






4.1 Über Kosten und Nutzen
Die sicherlich interessanteste Frage ist, inwieweit dem Aufwand, der durch den Sarbanes-Oxley Act generiert wird, ein Nutzen gegenübersteht. Dieser Nutzen kann auf der einen Seite darin liegen, dass die Intention des Gesetzgebers erreicht wurde, zum anderem darin, dass sich für die Unternehmen ein nachvollziehbarer Vorteil generiert wurde oder sich generieren lässt.
In den bisherigen überwiegend amerikanisch geprägten Studien ist die Einschätzung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses überwiegend negativ ausgefallen.

4.1.1 Kosten und Kostentreiber
Der Sarbanes-Oxley Act ist ein kostspieliges Unterfangen. Neben dem internen Aufwand, der durch die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter generiert wird, kommt in der Regel ein nicht unerheblicher Aufwand an Beratung durch Wirtschaftsprüfer und / oder Unternehmensberater, die Beschaffung, Implementierung
und der Betrieb von IT-Systemen / Softwarelösungen zur Unterstützung der Umsetzung sowie prüfungsnaher Aufwand, der durch die notwendigen Abstimmungen mit dem Prüfer des Unternehmen sowie ggf. durchgeführte Prüfungstestläufe hinzu.
In den USA ist man seitens der SEC mit einer ursprünglichen Kostenabschätzung von insgesamt 1,24 Mrd. US$ gestartet – das entspricht 91.000 US$ je registriertem Unternehmen. Eine Zahl, die auch für US-amerikanische Unternehmen signifikant nach oben korrigiert werden musste.
Im März 2005 bezifferte eine Umfrage des Verbandes „Financial Executives International“ (FEI) die geschätzten durchschnittlichen Kosten für US-amerikanische Unternehmen auf knapp 3 Mio. US$. Schätzungen des gleichen Instituts aus dem Januar und Juli 2004 gingen noch von einem geringeren Aufwand aus (Steigerung von 128% bzw. 62%). 87% der US-amerikanischen Unternehmen haben angegeben, dass sie die Kosten der Implementierung unterschätzt bzw. deutlich unterschätzt haben.
Im Vergleich zu den europäischen Unternehmen liegen die direkten Implementierungskosten wesentlich höher und betragen nur bei zwei Gesellschaften weniger als fünf Mio. US Dollar. Erwartungsgemäß gehören diese allerdings auch mit einem Umsatz von weniger als US$ 5 Mrd. zu den kleineren der befragten Unternehmen. Diese Differenz ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen, gemessen an Umsatz und Mitarbeiterzahl, deutlich größer sind als der US-amerikanische Durchschnitt.

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